Naturkosmetik selbst machen – Welches Öl ist geeignet?

Naturkosmetik selbst machen – Welches Öl ist geeignet?

Herkömmliche Kosmetik birgt dank zahlreicher unnatürlicher und giftiger Inhaltsstoffe ein unterschätztes Gesundheitsrisiko. Jeden Tag geraten hunderte ungünstiger Stoffe auf die Haut und somit auch in unseren Körper. Naturkosmetik bietet eine natürliche und schadstofffreie Alternative. Erfahre hier, wie Du Naturkosmetik selbst machen kannst, und welche Öle sich dafür eignen.

 

Was ist Naturkosmetik?

Es gibt keine einheitliche Definition für Naturkosmetik, dafür hat die Kosmetikindustrie gesorgt. Frei formuliert ist es Kosmetik, die mit natürlichen Stoffen arbeitet und Erzeugnisse aus Erdöl oder Synthetikstoffe meidet. Nur Stoffe, die aus Naturprodukten gewonnen werden können, werden verwendet.

Naturkosmetiker argumentieren gar so weit, dass „Naturkosmetik“ nur auf Produkte zutrifft, die man so auch essen würde. Das ist ein wichtiger Punkt, denn:

Die Haut ist unser größtes Organ und sehr atmungsaktiv. Das kann jeder beobachten, der etwas Creme auf die Haut aufträgt: Die Haut nimmt die Creme auf und die Inhaltsstoffe sind bereits eine Stunde später im Blut nachweisbar.

Nüchtern betrachtet kommt das auf dasselbe Ergebnis, wie die Creme zu essen. Daher sollte sich jeder, der Kosmetik verwendet, mit Blick auf die Inhaltsstoffe diese Frage stellen: „Würde ich das essen?“ Wird die Frage verneint, sollte es auch nicht mit Haut und Schleimhäuten (wie Mund) in Kontakt kommen.

Es gibt viele Firmen, die sich „Naturkosmetik“ auf die Fahne schreiben. Dennoch finden sich in den Inhaltsstoffen zweifelhafte Stoffe wie Sodium-Dodecyl-Sulfat und Paraben. Es müssen immer 100 % der Inhaltsstoffe kontrolliert werden, um dies zu überprüfen.

Wer kein Chemiestudium absolviert hat, kann die Inhaltsstoffe nahezu aller Kosmetikprodukte mit der App „Codecheck“ abgleichen. Diese App zeigt dann an, ob sich ungünstige oder sogar giftige Inhaltsstoffe im Produkt befinden.

Wem das zu umständlich oder zu teuer ist, der kann Naturkosmetik selbst machen. Für viele Anwendungen reichen bereits wenige Zutaten, um selbst Cremes, Deo & Co. herzustellen.

Öle bilden eine wichtige Grundlage für viele Cremes und äußerliche Anwendungen. Doch welche Öle eignen sich überhaupt, um Naturkosmetik selbst zu machen?

 

Naturkosmetik selbst machen – Welche Öle sind geeignet?

Öle lassen sich als Naturkosmetik vielseitig anwenden. Nicht nur bilden sie für viele kosmetische Produkte die „ölige“ Grundlage, sie lassen sich auch pur für bestimmte Zwecke verwenden.

Doch es ist ein Unterschied, ob ein ranziges Industrieöl, Mineralöl oder ein hochwertiges Öl aus Kaltpressung mit dem Körper in Kontakt kommt. Besonders heikel wird das, wenn mit der Kosmetik ein ästhetisches oder gesundheitliches Problem angegangen werden soll. Da ist es ratsam, auf Qualität zurückzugreifen.

Diese 5 Öle eignen sich bestens:

 

#1 Olivenöl extra nativ

Gutes Olivenöl ist ein sehr stabiles und gesundes Öl, das nicht nur die Küche bereichert. Für naturkosmetische Anwendungen eignet es sich, da es große Mengen der entzündungslindernden Ölsäure und Polyphenole enthält. Es bildet eine stabile Grundlage für Cremes und auch die Haare profitieren von seinen Vorteilen.

Bei Olivenöl wird empfohlen, auf die Qualität und die Herkunft zu achten: Nur extra natives Olivenöl aus biologischer Erzeugung sollte mit Haut und Haar in Kontakt kommen. Öl aus italienischer Erzeugung ist häufig gestreckt, weswegen griechisches Olivenöl die bessere Wahl ist.

 

#2 Arganöl

Arganöl ist das marokkanische Pendant zu Olivenöl und wird dort seit Jahrtausenden von ansässigen Berbern verwendet. In einigen Gegenden Marokkos ist Arganöl die wichtigste Einnahmequelle für die Bevölkerung.

Der Arganbaum ist sehr robust und anspruchslos, daher wächst er auch in trockenen Gebirgsregionen. Er kann sehr alt und sehr ausladend werden.

Das Öl wird aus den Früchten, den Arganmandeln, gepresst. Früchte und Blätter des Baumes sind so wertvoll und aromatisch, dass sogar Ziegen gerne darauf klettern, um zu naschen.

Arganöl enthält große Mengen Ölsäure und Antioxidantien. Es zieht langsam ein und beruhigt die Haut. Daher wird es in Marokko besonders bei trockener und gereizter Haut, wie auch bei Hauterkrankungen angewandt. Für kosmetische Zwecke sollte ein Öl erworben werden, welches aus nicht gerösteten Nüssen gewonnen wurde.

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#3 Schwarzkümmelöl

Um den orientalischen Exkurs nach dem Arganöl zu vervollständigen, muss auch Schwarzkümmelöl angesprochen werden. In Vorderasien ist es ein seit Jahrhunderten bewährtes Mittel bei entzündlichen Hauterkrankungen und auch bei inneren Entzündungen.

Grund dafür ist eine Reihe wertvoller Inhaltsstoffe, die das Schwarzkümmelöl einzigartig machen: Der Geschmack erinnert an Thymian und Oregano. Dafür sind die ätherischen Öle verantwortlich, von denen das Thymol (und Analoga) das bekannteste ist.

Hinzu kommt eine große Menge Vitamin E, der Bitterstoff Nigellin und ein großer Anteil Gamma-Linolensäure (GLA). Je nach Anbau macht GLA 10-20 % des Öls aus. Es ist zwar eine Omega-6-Fettsäure, die meist entzündungsfördernd wirken. Doch GLA greift in die Synthese von Serie II Prostaglandinen ein. Dies sind entzündungslindernde Stoffe, die der Körper selbst herstellt.

Daher hat sich Schwarzkümmelöl bei entzündlichen Hautproblemen gut bewährt. Aufgrund der vielen ätherischen Öle sollte es jedoch mit einem Trägeröl wie Arganöl gemischt werden.

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#4 Hanföl

Die Zeit des Hanfes scheint gekommen: Mit medizinischem Cannabis, CBD-Öl, Kleidung und Bio-Plastik aus Hanf und Hanföl wird die vielseitige und nützliche Pflanze Cannabis sativa immer wichtiger.

Hanföl wird aus Hanfsamen gepresst und enthält kein psychoaktives THC. Es punktet jedoch mit einem guten Fettsäure-Verhältnis, einem hohen Vitamin E-Gehalt sowie Terpenen und über 120 verschiedenen Cannabinoiden.

Terpene und Cannabinoide sind Signalstoffe für den Körper und wirken auf vielerlei Weisen entzündungshemmend.

Hanföl enthält wie Schwarzkümmelöl auch Gamma-Linolensäure – jedoch mit 3 % deutlich weniger.

Doch die Inhaltsstoffe zusammengenommen machen es zu einem für die Haut wertvollen Öl.

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#5 Kokosöl

Diese Liste wäre nicht vollständig, ohne Kokosöl zu nennen. Es ist eines der wenigen pflanzlichen Fette, das bei Raumtemperatur fest ist. Wer Naturkosmetik selbst machen möchte, kann dies nutzen, denn Kokosöl eignet sich wunderbar für Pasten und Gele. Als Träger für einen Natur-Deoroller kommt es auch in Frage.

Naturkosmetik selbst machen

Zur Verfeinerung: Ätherische Öle

Ätherische Öle sind die aromatischen Essenzen bestimmter Kräuter und Heilpflanzen. Sie bieten eine ideale Ergänzung zu hochwertigem Öl, da die ätherischen Öle in pflanzlichem Öl gut löslich sind.

Für unsere gleich angesprochenen Anwendungen lässt sich fast immer ein wenig ätherisches Öl hinzugeben, um das Ganze sensorisch abzurunden.

Folgende ätherischen Öle haben sich besonders bewährt:

  • Lavendelöl
  • Zitronenöl
  • Rosmarinöl
  • Rosenöl
  • Geranienöl
  • Orangenöl
  • Pfefferminzöl
  • Vanilleöl
  • Weihrauchöl

 

 

Naturkosmetik selbst machen – Ideen und Anregungen

Naturkosmetik ist sicher nicht die Antwort auf alle kosmetischen Probleme. Für manche Anwendungen gibt es gute Produkte, die sich besser eignen, als selbst gemachte Naturkosmetik.

Doch für viele ganz alltägliche Produkte hat die Natur nachhaltigere Wege parat, als mit herkömmlichen Kosmetika.

Im Folgenden erhältst Du einige Anregungen, wie Du die oben genannten Öle praktisch im Alltag verwenden kannst. Die Anwendung in der Küche ist mit allen empfehlenswert und eine echte Bereicherung. Die kosmetische Verwendung soll nun in die Praxis umgesetzt werden:

 

Arganöl für mehr Haarglanz

Helle Haare profitieren von Arganöl, dunkle Haare von Olivenöl. Verreibe wenige Tropfen Öl in Deinen Fingern und anschließend in die Haarspitzen. Arbeite Dich von den Haarspitzen langsam bis zur Mitte vor. Die Haare erhalten dadurch auf Dauer mehr Glanz.

 

Kokosöl und Bienenwachs als Haargel

Wer kurze Haare hat und diese gerne ein wenig stylen möchte, kann dies mit einer Mischung aus Kokosöl und Bienenwachs tun. Je fester das Gel, desto höher sollte der Anteil Bienenwachs sein.

Beginne mit einer 1:1 Mischung arbeite Dich dorthin, wo Du Dein Gel haben möchtest. Mit ein paar Tropfen ätherischem Öl sorgt das Gel für einen angenehmen Duft.

 

Flüssig-Deo

Für diese Naturkosmetik benötigst Du zwar kein Öl, aber es ist sehr erwähnenswert. Denn herkömmliches Deo arbeitet mit vielen Duft- und Konservierungsstoffen, Alkohol und Schwermetallen wie Silber und Aluminium.

Für selbst gemachtes Flüssig-Deo benötigst Du lediglich eine 100 ml-Sprühflasche (Drogerie), Wasser, Natron und ätherisches Öl. Mische etwa 100 ml Wasser mit 2 TL Natron, bis sich das Natron aufgelöst hat. Gib dann 10-15 Tropfen ätherisches Öl Deiner Wahl hinzu und fülle es in die Sprühflasche ab.

 

Kokosöl für festes Deodorant

Deo geht flüssig, aber auch fest: Dazu benötigst Du ein leeres Glas mit Schraubverschluss, Kokosöl und ätherisches Öl. Spüle das Glas gut aus, schmelze Kokosöl, gib 10-15 Tropfen ätherisches Öl hinzu, fülle es in das Glas ab und lasse es auskühlen. Gib dann immer ein klein wenig davon an Stellen, die Du „pflegen“ möchtest.

 

Creme für gereizte Haut

Ist die Haut gereizt, hat sie zu viel Stress von außen (Allergene, Reizstoffe, Scherkräfte) oder von innen (Entzündungen, Nährstoffmängel, Fettsäuremangel). Die richtigen Öle können die Haut von außen pflegen und ihr helfen, sich zu erholen.

Für eine gute Basis-Pflege eignet sich Hanföl oder Arganöl pur auf gereizte Hautstellen aufgetragen. Ist die Haut entzündet und leidest Du gar an einer entzündlichen Hauterkrankung, bietet sich folgendes Rezept an:

  • 10 ml Schwarzkümmelöl
  • 10 ml Vitamin E-Öl von Naissance
  • 80 ml Hanföl oder Arganöl

Mische die Zutaten und trage sie auf betroffene Hautstellen auf. Bei Schuppenflechte und Neurodermitis lässt sich diese Creme gut anwenden.

 

Körperbutter

Mische dazu in gleichen Teilen geschmolzenes Kokosöl und Shea-Butter. Wenn Du magst, kannst Du etwa 10 % Arganöl hinzugeben. Auch dieses Rezept kannst Du mit erfrischendem, ätherischem Öl wie z. B. Zitronenöl verfeinern.

 

Mundöl – Ölziehen

Für eine bessere Mundhygiene ist gutes Öl ein Geheimtipp. Denn in der Form von Ölziehen (mit oder ohne etwas Pfefferminzöl) wirkt es antibakteriell, löst Ablagerungen und Schmutzstoffe und erfrischt.

Nimm 1 EL Hanföl in den Mund und ziehe es 5-10 Minuten durch die Zähne. Spucke es danach aus.

 

Apfelessig als Gesichtswasser und Haarwasser

Dieser Tipp kommt auch ohne Öl aus, hat sich aber tausendfach bewährt: Apfelessig 1:10 verdünnt eignet sich ideal als Gesichtswasser oder Haarwasser. Besonders bei Schuppen ist Apfelessig ein Geheimtipp, da er probiotisch ist und die schuppen-auslösenden Pilze bekämpft.

 

Kokosöl als Lippenpflege

Kokosöl ist eine leckere und nachhaltige Möglichkeit, die Lippen zu pflegen. Es zieht schnell ein und pflegt die Lippen besser als so mancher Lippenstift.

 

Zusammenfassung – Natürliche Öle, Naturkosmetik selbst machen

Öl muss immer nur auf dem Tisch landen: Als natürliche Körperpflege gibt es viele mögliche Anwendungen. In diesem Beitrag hast Du einen Überblick bekommen, welche es gibt und welche Vorteile sie bieten.

Besonders vielseitig lassen sich Hanföl, Schwarzkümmelöl und Arganöl anwenden. Kokosöl bietet sich für „feste“ Kosmetik an. Mit ätherischem Öl angereichert, wird es noch aromatischer.

Eine sehr empfehlenswerte Marke für Bio-Öle ist Elementa Vitae. Du kannst die Öle hier testen und schon morgen mit Deine eigene Naturkosmetik selbst machen.

 

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Über den Autor
Martin ist studierter Biochemiker und Molekularer Biotechnologe (TU München). Die Paleo Ernährung praktiziert er seit 6 Jahren und ist überzeugt, mit ihr eine gesunde und nachhaltige Ernährungsweise gefunden zu haben. Mehr Beiträge von Martin findest Du auf dem Autoimmunportal, SchnellEinfachGesund, Primal-State, Fairment und Hempamed.
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