Wie problematisch ist dein Fleischverzehr?

Wie problematisch ist dein Fleischverzehr?

Fälschlicherweise wird die Steinzeiternährung oftmals mit einem erhöhten Fleischkonsum gleichgesetzt.

Dabei basiert Paleo vor allem auf dem Verzehr von viel Gemüse; auch wenn Fleisch als nährstoffreiches Lebensmittel und als Proteinlieferant wichtiger Bestandteil dieser Ernährungsform ist.

Neben dem hartnäckigen Vorurteil, dass alle Paleo-Anhänger täglich kiloweise Fleisch essen, halten sich auch noch notorische Warnungen in der Gesundheitspresse vor tierischem Fett und Cholesterin.

Und auch Umweltschützer verpönen Fleischverzehr durch den erhöhten CO₂-Ausstoß.

Ich möchte gerne mit all diesen Irrtümern aufräumen und dir nahe bringen, dass der Fleischkonsum in der Paleo Ernährung gesund und nachhaltig ist!

Für welche Ernährung ist der Mensch gemacht?

Es steht jedem frei, ob er Fleisch essen möchte oder sich lieber vegetarisch oder gar vegan ernährt.

Dennoch ist es wohl unbestreitbar, dass der Mensch ein Mischköstler ist.

Reine Pflanzenfresser verfügen schließlich über Mahlzähne, Stärke spaltende Enzyme im Speichel sowie voluminöse Mägen und Därme, die als „Gärkammern“ dienen.

Reine Fleischfresser haben hingegen Reiszähne, eher kurze glatte Därme und einen einfachen Magen, der viel Säure bildet.

Der menschliche Körper liegt dazwischen.

Wir haben keine Reißzähne, dafür jedoch einen einfachen Magen. Dein Speichel enthält Stärke spaltende Enzyme aber dein Darm bildet keine großen Gärkammern.

Folglich ernähren wir uns von Natur aus mit einer gemischten Kost aus tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln am besten.

Warum tierisches Eiweiß und Fett so hochwertig sind

Für deinen Körper spielt Eiweiß eine sehr bedeutende Rolle.

Es ist wichtig für Wachstum, Muskelaufbau, Haut und Haare. Aber auch Enzyme und sogar Abwehrstoffe gegen Krankheitserreger und viele Hormone bestehen aus Eiweiß.

Es ist also wichtig, dass du die Eiweißversorgung über deine Ernährung sicherstellst.

Dabei kommt es nicht nur auf die Menge an, sondern vor allem auf die Qualität des Fleisches. Dazu werde ich später noch genauer eingehen und dir sagen, worauf du beim Kauf deiner Fleischwaren besonders achten solltest.

Fleisch liefert eine günstige Kombination aller essentiellen Aminosäuren, also Eiweißbausteinen, die dein Körper nicht selbst bilden kann. Daher ist es wichtig, dass du diese über deine Nahrung zu dir nimmst.

Es ist zwar auch möglich, deine Eiweißversorgung mit einer Kombination pflanzlicher Lebensmittel zu erreichen, doch mit Fleisch gelingt dir das leichter.

Neben den wertvollen Aminosäuren enthält Fleisch auch noch Vitamine aus der Vitamin-B-Gruppe und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Spurenelemente wie Zink, Selen und natürlich Eisen. Dabei wird Eisen aus Fleisch bis zu viermal besser resorbiert als das sogenannte Nicht-Häm-Eisen aus pflanzlichen Produkten.

In meinem Artikel „Die Wahrheit über gesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren“ habe ich bereits mit dem Irrtum aufgeräumt, dass tierische Fette, die überwiegend aus gesättigten Fettsäuren bestehen, ungesund für Herz und Gefäße sind und dass die Cholesterinzufuhr mit der Nahrung bei den meisten Menschen kaum Einfluss auf den Blutcholesterinspiegel hat.

Zudem ist Cholesterin nicht etwa schädlich, sondern lebenswichtig für u.a. deine Zellwände, dein Nervensystem, deine Sexualhormone und für die Produktion von Vitamin D!

So regelt ein gesunder Körper seinen Cholesterinspiegel sehr genau. Das bedeutet je mehr du über die Nahrung Cholesterin zu dir nimmst, desto weniger wird das körpereigene Cholesterin gebildet.

Du solltest auch wissen, dass Blutzucker-, Insulin-, Cholesterin- und Blutfettwerte sinken, wenn du einen Teil der Kohlenhydrate im Essen durch Fett und/ oder Eiweiß ersetzt. Damit kannst du das Risiko für einen Herzinfarkt und für Diabetes senken.

In Kombination mit dem Verzehr von Gemüse kannst du also die Risikofaktoren für die sogenannten Zivilisationskrankheiten senken und das entgegen der so oft propagierten Meinung, dass Fleisch ungesund sei.

Fleischkonsum und eine gute Gesundheit sind kein Widerspruch

Aus gesundheitlicher Sicht spricht also nichts gegen den Verzehr von Fleisch in einer ausgewogenen Ernährung.

Doch wie kommt es dann, dass in vielen Studien Vegetarier gesundheitlich deutlich besser abschnitten als die „Fleischfresser“?

Der Fehler hierfür liegt in der Schlussfolgerung, dass der Verzicht auf Fleisch hierfür der Grund ist.

Denn die meisten Vegetarier führen auch ein gesundheitsbewussteres Leben als der „Otto Normalverbraucher“.

Als Vergleichsobjekt wird der „Normalverbraucher“ genutzt, der sein Fleisch in schlechter Qualität vom Supermarkt bezieht, oftmals in so zuckerverseuchten Formen wie Wurstaufstrich, Fleischwurst, usw.

Vegetarier rauchen durchschnittlich weniger, bewegen sich öfter, trinken weniger Alkohol und sorgen oft durch bewusstes Leben für Stressabbau.

Die fleischlose Welt ist keine bessere Welt

Immer mehr Menschen verzichten oder reduzieren ihren Fleischkonsum. Als Begründung nennen sie neben ethischen Überlegungen und Tierliebe oft auch ökologische Argumente und die Bekämpfung des Hungers in der Welt.

Es besteht kein Zweifel, dass Züchtung, Haltungsformen, Transporte und Schlachtung von Nutztieren viele Fragen aufwerfen.

Doch stellt ein Verzicht auf Fleisch die Lösung dar?

Wiederkäuer z.B. sind Weidetiere, die über Jahrmillionen nie in Nahrungskonkurrenz zum Menschen standen. Im Gegenteil – Rinder, Schafe, Büffel, Ziegen etc. fressen, was wir Menschen nicht nutzen können – die Zellulose der Gräser – und wandeln es in für uns hochwertigere Nahrung um – nämlich in Fleisch mit wertvollem Eiweiß und Fett.

Zudem sichern sie Millionen von Kleinbauern die Existenz, sofern wir deren Märkte nicht mit billigem Fleisch aus Massentierhaltung zerstören.

Gerade in Zeiten des Klimawandels wurde vor allem viel über Rinder diskutiert, die angeblich riesige Mengen an Methan in die Atmosphäre freisetzen.

In der industriellen Haltung werden die Kühe vom Weideland verdrängt.

Anstelle von Gras werden sie mit viel (gentechnisch verändertem) Kraftfutter gefüttert.

Zudem kommen im industriellen Zeitalter stickstoffhaltige Düngemittel in der Landwirtschaft und Tierhaltung zum Einsatz.

Lachgas (N₂O) ist ein Treibhausgas, das fast 300-mal so klimaschädlich ist wie CO₂. Insbesondere bei der intensiven Düngung von Monokulturen wie Getreide, Mais und Soja wird Lachgas ausgestoßen.

⅓ der weltweiten Getreideernte wird heutzutage an Nutzvieh verfüttert.

Doch bei Weidehaltung sind die Tiere keine Klimakiller!

Im Gegenteil.

Beweidetes Dauergrünland bindet unvorstellbar große Mengen an Kohlendioxid (CO₂), es bindet Humus und dient damit der langfristigen Erhaltung der Fruchtbarkeit des Bodens.

So solltest du beim Kauf von Fleisch auf das landwirtschaftliche System dahinter schauen.

Grünland dient dem Klimaschutz und die Kuh ist dazu geschaffen, dieses Land zu nutzen, ohne es zu zerstören.

Im Gegensatz hierzu werden in Agrarbetrieben mit Massentierhaltung die Tiere mit eiweißreichem Kraftfutter wie Mais, Soja und Getreide gefüttert. Dieses Futter können Wiederkäuer nicht nur schlecht verdauen, sondern es schädigt auch aus den genannten Gründen die Umwelt.

Wenn du Fleisch mit gutem Gewissen genießen möchtest und gleichzeitig etwas Gutes für die Umwelt tun willst – abgesehen mal von den Gesundheitsfaktoren – dann solltest du Fleisch nach den folgenden Kriterien kaufen:

  • Artgerechte Haltung (Weidehaltung statt Massentierhaltung)
  • Keine Verwendung von Antibiotika und Wachstumshormonen
  • Keine gentechnisch veränderten (Kraft-)Futtermittel

FAZIT

Für eine ausgewogene Ernährung ist Fleisch in Maßen notwendig.

Aus gesundheitlicher Sicht spricht nichts gegen den Verzehr von Fleisch, wenn es sich hierbei um Fleisch von grasgefütterten Weidetieren handelt.

Fleisch liefert dir essentielle Aminosäuren und enthält Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

Klar ist, dass der Fleischkonsum aktuell weltweit zu hoch ist.

Er sollte reduziert werden und damit eine Förderung der artgerechten Haltung der Nutztiere anstelle von Massentierhaltung mit gentechnisch veränderten Kraftfutter stattfinden.

Dies schützt nicht nur die Tiere und uns als Konsumenten, sondern schont auch noch die Umwelt!

Wie oft in der Woche ist du Fleisch? Und woher beziehst du es? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

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Über den Autor
Iris ist im beruflichen Leben IT-Prüferin in der Wirtschaftsprüfung. Sie liebt das Kochen und Sport. Beides ist für sie der ideale Ausgleich zu ihrem oft stressigen Berufsleben. Ganz besonders als Mutter einer kleinen Tochter ist ihr gesunde Ernährung und natürliche Bewegung wichtig. Mit Paleolifestyle.de möchte sie auch dir zu einem gesünderen, fitteren und noch erfüllenderen Leben verhelfen - ganz nach dem Motto: "Paleo is not a diet, it's a lifestyle."
2 bemerkungen  |   Kommentare zu oder Hallo sagen Iris

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  1. Ich sehe das auch so wie o.g.
    Ich musste aus gesundheitlichen Problemen u.a. einer Insulinresistenz mehr mit Ernährung auseinandersetzen. Am Anfang war vieles „erschreckend“ aber nach und nach konnte man sich gut umstellen. Mittlerweile haben wir denke ich einen guten Weg gefunden. Wir kaufen Fleisch vom Metzger unseres Vertrauens, kaufen Milch wenn aus dem Bioladen, backen unser Brot mit Mehl aus demeter Qualität. Unser Gemüse kommt frisch vom Markt nur noch recht wenig kaufen wir aus dem Supermarkt. Wir versuchen auf Qualität zu achten und einer ausgewogenen Ernährung. Unser Wochenablauf sieht so aus: Es gibt 1 Mal richtiges Fleisch, 2 Gerichte mit Hackfleisch, ein vegetarisches Gericht, ein Suppengericht, einmal Brot mit Salat und einmal etwas in Fischrichtung. Ich denke, damit fahren wir gut.

    • Hi Anne,

      auch bei Paleo gibt es eben nicht nur DIE eine für jeden funktionierende Form. Probieren geht über studieren. Jeder muss eben selbst herausfinden, was für einen am besten funktioniert.

      Liebe Grüße

      Iris