Regionalität – Was sie bedeutet und wie du sie erkennst

Regionalität – Was sie bedeutet und wie du sie erkennst

Globalisierung ist in unserer heutigen Welt nicht mehr wegzudenken.

Das betrifft auch die Lebensmittelindustrie.

So findet man heute im Supermarkt eine Vielzahl von Lebensmitteln, die es in unseren Breitengraden nicht gibt.

Und selbst das bei uns heimische Obst und Gemüse wird durch das aus anderen EU-Staaten im Supermarkt ersetzt.

Für mich gehört zum Paleo Lifestyle, dass ich zumindest den Großteil meiner Lebensmittel regional beziehe und damit auch automatisch saisonal esse.

Ich möchte mit diesem Beitrag gerne dein Bewusstsein für Regionalität erhöhen.

Dazu versuche ich Licht ins Dunkel bezüglich der Definition von Regionalität und den Erkennungsmerkmalen regionaler Produkte zu bringen.

Wie definiert sich regional?

Das Thema Regionalität hat sich insbesondere in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema für Verbraucher, aber auch für die Lebensmittelindustrie entwickelt.

Bei der Wahl zwischen Bio und regional kaufen Verbraucher lieber regionale Produkte.

Das spiegelt sich auch in den Lebensmittelmärkten wider. Denn ihre Regale sind voll von vermeintlich regionalen Angeboten. Wohl auch um die Kunden nicht an die zunehmend beliebten Wochenmärkte und Hofläden zu verlieren.

Kein Wunder, denn die Beliebtheit regionaler Lebensmittel ist darauf zurückzuführen, dass sie in der Saison reif geerntet werden, kurze Transportwege zum Handel und somit zum Verbraucher benötigen und damit klimaschonend sind.

Ein weiterer Vorteil von regionalen Produkten ist, dass einige bestimmte Verarbeitungsverfahren und Rezepturen besitzen, die nur in dieser Region zum Einsatz kommen.

Der Kauf dieser Lebensmittel führt zur regionalen Wertschöpfung und zum Erhalt von Arbeitsplätzen in dieser Region.

Doch wie definiert sich „regional“?

Hierfür gibt es leider keine einheitliche Definition. Die Region lässt sich sowohl räumlich als auch soziokulturell eingrenzen.

Selbst geografisch gesehen gibt es hier große Unterschiede.

Regionalität liegt eben im Auge des Betrachters. So kann die Region als ein Raum definiert werden, der kleiner als ein Nationalstaat – also Deutschland – ist, aber größer als eine Kommune. Auch Naturräume können einer Region ihren Namen geben wie beispielsweise der Schwarzwald.

Aus der Region – für die Region

Regionalität bei Lebensmitteln bedeutet in der Regel, dass ein Großteil des Rohstoffes des Produktes aus der Region kommt, sodass regionale Lebensmittel für die regionale Nahrungsmittelversorgung produziert werden.

Bei „Monoprodukten“ liegt der Anteil bei 100 %. Dies sollte auch für die Verarbeitung und Fertigung der Produkte gelten.

So finden Produktion, Vermarktung und Konsum dieser Produkte in einem geografisch festgelegten, abgegrenzten Raum statt, womit kurze Transportwege als ein Merkmal von Regionalität zu sehen sind.

Eine regionale Erzeugung, aber eine darüber hinausgehende Vermarktung der Produkte ist bei regionalen Spezialitäten der Fall.

Dies sind oft Produkte mit Tradition und einem historischen Bezug zum Ort oder der Rezeptur. In der Regel haben sie einen Einfluss auf die typische Ess- und Trinkkultur der entsprechenden Region.

Woran erkennst du den regionalen Bezug als Verbraucher?

Das Problem, was sich beim Einkauf für den Verbraucher ergibt, ist die Vielzahl von Kennzeichnungen und Werbung von Lebensmitteln durch die Hersteller oder auch den Händler mit Begriffen wie „Region“, „Nähe“ und „Heimat“ ohne nachvollziehbare Eingrenzung der geografischen Herkunft der Produkte.

Klar, Hersteller und Händler können ja auch höhere Preise für die Regionalität der Lebensmittel verlangen.

Ein weiteres Problem besteht darin, dass es keine gesetzlichen Vorgaben für die regionale Herkunft der Zutaten und der regionalen Verarbeitung gibt.

Die gängigsten bundesweit genutzten Kennzeichnungen für Regionalität habe ich für dich zusammengetragen.

EU-Ursprungszeichen

Auf EU-Ebene existieren zwei geschützte Ursprungszeichen.

Ist ein Lebensmittel mit g.U. für geschützte Ursprungsbezeichnung oder g.g.A. für geschützte geographische Angabe gekennzeichnet, so bedeutet dies, dass das entsprechende Lebensmittel in einem abgegrenzten geographischen Gebiet erzeugt, verarbeitet und hergestellt wurde bzw. eine Verbindung zwischen mindestens einer der Produktionsstufen – der Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung – und der betreffenden Region besteht.

Beispiele für g.U. sind Parma Schinken, Allgäuer Emmentaler, Griechischer Feta.

geschützte Ursprungsbezeichnung

Beispiele für g.g.A. ist Schwarzwälder Schinken. Hier erfolgt die Verarbeitung wie das Würzen, Pökeln, Räuchern und Schneiden im Schwarzwald.

geschützte geographische Angabe

g.U. gibt eindeutig Auskunft über die Herkunft. So müssen die Produkte in einem festgelegten Gebiet nach bestimmten Kriterien erzeugt, verarbeitet und hergestellt werden. Eine Übersicht der mit g.U. gekennzeichneten Produkte findest du hier.

g.g.A. informiert dich als Verbraucher lediglich darüber, ob eine der Produktionsstufen in der Region stattfindet. So kann das Fleisch für die Thüringer Rostbratwurst aus den Niederlanden stammen und nur die Herstellung der Wurst tatsächlich in der Region erfolgen.

Beide EU-Siegel sind in Deutschland zudem wenig verbreitet und den meisten Verbrauchern daher auch nicht bekannt.

Qualitätszeichen der Bundesländer

Darüber hinaus haben zahlreiche Bundesländer bereits eigene Herkunfts- und Qualitätskennzeichen entwickelt, bei denen in der Regel unverarbeitete Lebensmittel zu 100 % regional sein müssen (verarbeitete Lebensmittel interessieren uns Paleolaner sowieso nicht).

Regionalfenster

Das Problem der staatlichen Qualitätszeichen der Bundesländer sind die uneinheitlichen Kriterien. Um hier den Erwartungen des Verbrauchers besser gerecht zu werden, wurde das Regionalfenster als Initiative des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz entwickelt.

Es gibt dem Verbraucher Aufschluss über den Prozentsatz aller Zutaten, die aus der Region stammen. Zusätzlich wird der Ort der Verarbeitung ausgewiesen.

Seit 2014 ist das Regionalfenster bundesweit eingeführt.

Das Regionalfenster ist eine freiwillige Kennzeichnung und wohl auch aufgrund der Dauer des Zertifizierungsprozesses bisher noch nicht sehr weit verbreitet. Zu finden ist es vor allem bei Edeka, REWE und Tegut.

Zudem ist es fraglich, ob es sich am Markt durchsetzen wird, da fast alle Handelsketten eigene Strategien und Konzepte für die Regionalkennzeichnung verfolgen.

Direktvermarktung und Internetplattformen

Neben den bereits genannten Kennzeichnungen gibt es noch diverse Regionalinitiativen mit eigenen Siegeln.

Doch am einfachsten für dich als Verbraucher im Dschungel der Regional-Siegel und -Kennzeichnungen ist wohl die Variante der Direktvermarktung im Hofladen, Bauernläden oder auf dem Wochenmarkt.

Hier sollten dir Bauern bzw. Händler über die Herkunft und den Anbau der Produkte Auskunft geben können.

Mittlerweile gibt es auch eine Vielzahl von Internetplattformen, die dir einen Überblick über Direktvermarkter, Bauern und Lebensmittel-Manufakturen in deiner Nähe geben.

Ein Beispiel hierfür ist die Plattform „Taste of Heimat“. Diese Seite stellt ein Kommunikations- und Informations-Netzwerk für Produzenten, Anbieter und Verbraucher regionaler Lebensmittel dar.

Weitere Plattformem sind „Echt regional“, „Reg.io“ oder auch „q-regio“ – einer Plattform für Hofläden in Berlin-Brandenburg.

Ein bisschen Recherche im Internet und du findest bestimmt auch die nötigen Informationen für Direktvermarkter in deiner Region.

FAZIT

Na klar beinhalten auch einige meiner Rezepte Zutaten, die nicht aus meiner Region stammen.

Doch es sollte nicht zur Regel werden exotisches Obst und Gemüse aus anderen Ländern täglich zu verzehren.

Ich persönlich verlasse mich nicht auf irgendwelche Regional-Angaben von Einzelhandelsketten, sondern bevorzuge die Direktvermarktung beim Bauern, in Hofläden und auf dem Wochenmarkt.

Sollte etwas als regional angepriesen werden, so hinterfrage immer kritisch nach der Definition von Regionalität und den Qualitätsmerkmalen des entsprechenden Produktes.

Für mich gehört der Bezug regionaler Produkte und damit auch automatisch der Verzehr von saisonalen Lebensmitteln zum Paleo Lifestyle.

Woher beziehst du regionale Produkte? Kennst du noch gute Plattformen im Internet für entsprechende Anbieter? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

 

Du willst mehr Energie im Alltag?


Dann trage jetzt Deine E-mail ein lerne die in einem 7-teiligen Kurs die Tricks und Kniffe dafür kennen!

Über den Autor
Iris ist im beruflichen Leben IT-Prüferin in der Wirtschaftsprüfung. Sie liebt das Kochen und Sport. Beides ist für sie der ideale Ausgleich zu ihrem oft stressigen Berufsleben. Ganz besonders als Mutter einer kleinen Tochter ist ihr gesunde Ernährung und natürliche Bewegung wichtig. Mit Paleolifestyle.de möchte sie auch dir zu einem gesünderen, fitteren und noch erfüllenderen Leben verhelfen - ganz nach dem Motto: "Paleo is not a diet, it's a lifestyle."
1 kommentare  |   Kommentare zu oder Hallo sagen Iris

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Werte Iris!

    In Zeiten der CO2 Belastung ist es für mich als Paleolaner auch sehr wichtig, Lebensmittel regional einzukaufen. Wenn ich bei meinen heimischen Bauern einkaufe, stelle ich erstens sehr kurze Transportwege sicher und habe zweitens die Garantie (wenn man den Bauern seines Vertrauens gefunden hat), dass die Lebensmittel von hoher Qualität sind.

    Weiters sind Bauernmärkte und „Ab-Hof-Verkäufe“ viel persönlicher und man kann noch sagen, was oder wie man etwas will und ist keine anonymisierte Kundschaft, die nehmen muss, was gerade da ist. Fantastisch recherchierter Artikel. Paleo Rules!

    LG Roman