Paleo für einen gesunden Darm (Morb. Crohn u.a.)

Paleo für einen gesunden Darm (Morb. Crohn u.a.)

Darmerkrankungen treten in der westlichen Welt immer häufiger auf.

Aufgrund seiner unappetitlichen Tätigkeit wurde der Darm viele Jahre in der Forschung, aber auch in der öffentlichen Wahrnehmung eher als zweitrangig betrachtet.

Dabei ist der Darm sozusagen unser zweites Gehirn und das Einfallstor in unseren Körper (technisch gesehen ist alle Nahrung noch nicht „in“ uns solange sie nicht vom Dünndarm verdaut wurde und in den Blutkreislauf eingeführt wurde).

Daher sollten wir sehr auf die Gesundheit unseres Darms achten!

Knifflig wird es bei ernsthaften Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Diese Krankheiten sollten vom Arzt behandelt werden.

Aber: Wie so oft hilft eine geeignete Ernährung, wie die Paleo Diät dabei, die Symptome im Zaum zu halten und für Besserung zu sorgen.

Lies hier worum es sich bei den Erkrankungen handelt und warum du dich sehr wahrscheinlich besser fühlen wirst – dank Paleo.

Was ist „Inflammatory Bowel Disease“?

“Inflammatory Bowel Disease” (IBD) beschreibt den Status einer chronischen Darmentzündung (Inflammation), bei der dein eigenes Immunsystem deine eigenen Zellen im Darm angreift (Daher: Autoimmunerkrankung).

Das führt zu schmerzhaften Symptomen wie:

  • Bauchschmerzen, Magenkrämpfe
  • Übermäßiger Gewichtsverlust, Nährstoffmangel (dein Darm kann durch die Entzündung weniger Nährstoffe aufnehmen)
  • Durchfall, Verstopfung oder blutiger Stuhlgang
  • Fiebersymptome

Am „Inflammatory Bowel Disease“ zu leiden, bedeutet nicht, dass die Symptome stets durchgängig auftreten. Das ist bei jedem anders.

Lasse dich unbedingt von einem fähigen Arzt durchchecken, wenn du das Gefühl hast, dass die oben genannten Symptome übermäßig häufig bei dir auftreten.

Die Symptome sind aber nicht das einzige Übel.

Wer an „Inflammatory Bowel Disease“ leidet, ist einem erhöhten Risiko ausgesetzt an Darmkrebs, Verstopfung und inneren Verletzungen sowie Infektionen am After oder des Darms zu erkranken.

Ebenso besteht das Risiko eines toxischen Megakolon – einer akuten Erweiterung des Dickdarms.

Was ist der Unterschied zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa?

Zunächst einmal gehören die beiden Krankheiten zu den chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen unter denen wiederkehrende (rezidivierende) oder kontinuierliche entzündliche Erkrankungen des Darms zu verstehen sind.

Die beiden häufigsten Vertreter chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen sind der Morbus Crohn und die Colitis ulcerosa.

Beide hängen mit der Entzündung der Darmschleimhaut zusammen und ähneln sich sehr. Sie sind aber nicht das Selbe!

  1. Morbus Crohn – Bei Morbus Crohn kann prinzipiell jeder Teil des Darms entzündet sein. Meistens ist allerdings der letzte Teil des Dünndarms entzündet, das sogenannte Ileum.
  2. Colitis ulcerosa – Diese Krankheit findet im Dickdarm statt. Die Entzündungen sitzen zudem in einem anderen Teil der Darmschleimhaut.

Was ist der Unterschied zwischen einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (IBD) und dem Reizdarmsyndrom (IBS)?

Die beiden Krankheiten klingen sehr ähnlich. Auch die Symptome ähneln sich.

Aber die Ursachen und die Behandlung sind unterschiedlich.

Inflammatory Bowel Disease (IBD) Irritable Bowel Syndrome (IBS)
Durch Entzündungen ausgelöst Krankheitsauslöser bisher unbekannt
Nicht beeinflussbar durch psychische Heilansätze Psychische Heilansätze bewirken oftmals Besserung
Sichtbare Abnormlitäten im Darmbereich Keine sichtbaren Abnormalitäten im Darmbereich
Kann dauerhaften Schaden verursachen und sogar zum Tod führen Kein dauerhaften Schaden und kein lebensbedrohliches Risiko

Gründe für chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Es gibt bis jetzt noch keine einheitliche Meinung darüber, was genau die Erkrankungen auslöst. Manche sagen, die Gene sind im Spiel.

Aber damit lässt sich nicht alles erklären.

Wie viele andere Autoimmunerkrankungen sind chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen besonders häufig ein „First World Problem“. In entwickelten, modernen Gesellschaften treten diese Krankheiten öfter auf.

Man kann Folgendes annehmen:

Der moderne Lebensstil mit moderner, industriell beeinflusster Ernährung, wenig Bewegung, Schlafmangel und die viel zu leichtfertige Nutzung von Antibiotika (Anti-Biotikum = Gegen das Leben = Tötet alle schlechten UND GUTEN Bakterien im Darm ab!) können Gründe für das häufigere Auftreten sein.

Es wird wohl die Kombination aus allem sein.

Der Paleo Lifestyle propagiert eine ausgewogene und darmfreundliche Ernährung, moderate Bewegung und ordentlich Schlaf.

Kein Wunder also, dass es vielen Erkrankten nach dem Umstieg auf Paleo so viel besser geht.

Mit Paleo Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bekämpfen

Wenn du meinst, dass du an einer dieser Krankheiten leidest, dann gehe zum Arzt.

Unbedingt!

Niemals selbst diagnostizieren und behandeln. Dieser Beitrag soll dir nur eine Stütze sein, gemeinsam mit deinem Arzt einen besseren Weg einzuschlagen.

In Kombination mit Medikamenten für die richtig diagnostizierte Krankheit wird die Paleo-Ernährung und der Paleo Lebensstil genau passend für dich sein.

Dadurch wirst du viele sonst entzündungsfördernde Stressfaktoren aus deinem Leben streichen:

#1 Kein Gluten mehr, das nachweislich eine entzündende und irritierende Wirkung auf deinen Darm hat.

#2 Mit Paleo bekommst du dein Omega-3- zu Omega-6-Verhältnis in den Griff. Vereinfacht gesagt, sorgt nämlich ein Überschuss an Omega-6-Fettsäuren, wie er oft durch normale westliche Ernährung mit vielen Fertiggerichten und billigen, raffinierten Ölen (Rapsöl, Sonnenblumenöl) zustande kommt, für Entzündungen.

#3 Paleo propagiert viel Schlaf. Und guten Schlaf. Gönn ihn dir!

Es ist nicht überraschend:

Wenn du entzündungsfördernde Faktoren aus deinem Leben streichst, dann kannst du damit deine entzündlichen Erkrankungen kurieren.

Für viele, die gerade den Umstieg von einer schlechten westlichen Standard-Ernährung auf Paleo planen, reicht erstmal die Standard-Paleo-Ernährung bzw. die Paleo Grundlagen.

Um aber wirklich die Wurzel des Problems zu packen, muss Paleo auch genau auf deine Probleme abgestimmt sein.

Dazu ein paar Tipps.

Die Paleo-Version zur Heilung deines Darms

Auf entzündungsfördernde Lebensmittel zu verzichten (Paleo nach Autoimmunprotokoll) ist schon ein großer Schritt in Richtung „gesunder Darm“.

Da jeder Darm unterschiedlich ist, kannst du dich an den folgenden Strategien probieren.

  • AIP (Autoimmunprotokoll für Paleo): Dies ist eine Abwandlung der Paleo-Ernährung speziell für Betroffene von Autoimmunkrankheiten, bei der auf Lebensmittel verzichtet wird, die Auswirkungen auf dein Immunsystem haben können und den Darm reizen (z.B. Nachtschattengewächse, Nüsse und Obst).
  • Entscheidung gegen Milchprodukte: Milchprodukte sind in der Grauzone bei Paleo. Prinzipiell solltest du auf Milch verzichten. Das hilft oft auch bei Darmbeschwerden. Laktoseinteroleranz kommt unter Menschen mit Darmbeschwerden häufiger vor. Probiere es einen Monat ohne und schaue, wie es dir geht.
  • Probiotika. Antibiotika sind in aller Munde. Aber was ist mit Probiotika? Warum nicht etwas für die guten Bakterien im Darm tun. Deinen Darm pflegen sozusagen. Dazu eignet sich übrigens perfekt selbstgemachtes Sauerkraut oder andere Fermente. Knochenbrühe ist mit das Beste, was du für deinen Darm tun kannst.

Mit diesen Methoden kannst du deinen Darm soweit heilen, damit er wieder die guten Nährstoffe aus deiner Paleo-Ernährung aufnimmt.

Wäre doch schade drum, wenn alles ungenutzt wieder hinten raus kommt.

Was du gegen Nährstoffdefizite tun kannst

Makronährstoffe (Eiweiß, Kohlenhydrate und Fette)

Patienten chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen sind in der Regel untergewichtig, weil die Darmentzündung verhindert, dass sie Nährstoffe aus der Nahrung absorbieren. Mit vielen hochwertigen Kalorien gemäß Paleo kann das Gewicht wieder auf ein gesundes Niveau gebracht werden.

Mikronährstoffe (Vitamine und Mineralien)

Dank Malabsorption, also der mangelnden Aufnahme von Nährstoffen, die durch die Darmentzündung verursacht wird, leiden Patienten mit einer chronisch-entzündlichen Darmentzündung häufig unter einem Mangel an Mikronährstoffen. Dies betrifft vor allem Eisen, Vitamin D und Vitamin B12. Sobald Patienten wieder in der Lage sind, Nährstoffe aufzunehmen, sollten sie vor allem die folgenden Lebensmittel favorisieren:

  • Innereien wie Leber und Herz. Innereien sind eine ausgezeichnete Quelle für Eisen und Vitamin B12 als auch andere Mineralien wie Magnesium oder Kalium. Leiden Betroffene unter Durchfall und Erbrechen kann dies einen schwerwiegenden Mangel verursachen.
  • Fett, Kaltwasserfische wie Wildlachs und Sardinen. Diese Fische bieten einen hohen Gehalt an Vitamin D, einem anderen sehr häufig bedingten Mangel bei Betroffenen chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen. Zudem sind Wildlachs und Sardinen auch noch reich an entzündungshemmenden Omega-3-Fetten.
  • Dunkelgrünes Blattgemüse und anderen pflanzlichen Quellen von Kalzium. Denn Knochenmineralverlust ist sehr häufig bei chronischen Darmentzündungen. Das Meiden von Milch allein führt nicht zu einem Kalziummangel!

FAZIT

Es gibt nicht so etwas wie ein „Wundermittel“ für chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, da es sich hierbei um keine Krankheiten handelt, bei dem man weiß, wie sie zu heilen sind.

Aber es gibt Möglichkeiten, die Symptome zu behandeln, die Entzündungsherde zu verringern und in der Regel die Aufrechterhaltung eines normalen Lebens.

Offensichtlich ist die erste Station die Arztpraxis, aber danach kann Paleo ein guter Weg sein, um die Symptome zu Hause mit einer entzündungshemmenden Ernährung in Ergänzung zu Medikamenten in den Griff zu bekommen.

Leidest du an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankugen? Wie hat dir Paleo geholfen? Lass es mich in den Kommentaren wissen! 

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Paleo Reset 30 Tage Challenge
Über den Autor
Iris ist im beruflichen Leben IT-Prüferin in der Wirtschaftsprüfung. Sie liebt das Kochen und Sport. Beides ist für sie der ideale Ausgleich zu ihrem oft stressigen Berufsleben. Ganz besonders als Mutter einer kleinen Tochter ist ihr gesunde Ernährung und natürliche Bewegung wichtig. Mit Paleolifestyle.de möchte sie auch dir zu einem gesünderen, fitteren und noch erfüllenderen Leben verhelfen - ganz nach dem Motto: "Paleo is not a diet, it's a lifestyle."
2 bemerkungen  |   Kommentare zu oder Hallo sagen Iris

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  1. Guter Beitrag, wird immer wichtiger in der heutigen Zeit vorallem durch zu häufige Antibiotika gaben und Resistenzbildungen. Es ist zwar richtig, bei Beschwerden den Arzt aufzusuchen aber in der Realität kennen sich die meisten Ärzte kaum mit Ernährung aus, geschweige denn mit der Paleo Ernährung. Das führt häufig dazu, daß Patienten eher demotiviert sind, an Ihrer Ernährung etwas zu ändern weil der Arzt ja gesagt hat, es läge nicht daran. Eigenverantwortung zu übernehmen ist der erste Schritt zur Heilung, und dazu gehört auch die Selbstdiagnose und auf den eigenen Körper hören.

  2. Ja, der liebe Darm. Ich glaube, an dem hängt unsere gesamtes Wohlergehen. Dein Beitrag ist sehr gut und man könnte noch so einige Ergänzungen bei den Symptomen vornehmen. Ich kuriere z. Z. meinen Darm und meinen Gesundheitszustand. Nachdem ich 2,5 Jahre an chronischen muskelkaterähnlichen Schmerzen in Armen und Beinen litt und schon kaum noch schmerzfrei gehen konnte, bin ich nun endlich auf dem Weg der Besserung. Dank einer guten Heilprakterin, denn von Ärzten darf man leider hinsichtlich der Ernährung nicht viel erwarten. Wie sich nun zum Glück endlich herausstellte, habe ich verschiedene Lebensmittelunverträglichkeiten, v. a. Getreide und Milchprodukte vertrage ich nicht. Deshalb ernähre ich mich seit knapp 3 Monate nach der Paleo-Diät. Mit Erfolg. Ich brauche wohl noch etwas Geduld, aber der Weg ist der richtige! Danke Dir für die tollen Rezepte.