Wie du mit Paleo Diabetes in den Griff bekommst! (TEIL1)

Wie du mit Paleo Diabetes in den Griff bekommst! (TEIL1)

Diabetes und Paleo – Über dieses Thema wollte ich schon seit langem schreiben. Doch vor allem die Komplexität der Krankheit und der Wunsch es für dich als Leser verständlich zu gestalten, hat mir die eine oder andere Schweißperle auf die Stirn getrieben.

Aber die Wichtigkeit des Themas hat gesiegt. Warum es wichtig ist?

Wusstest du denn, dass …

  • … ca. 6 Millionen Menschen in Deutschland an Diabetes leiden? Das ist etwa jeder 10.!
  • … die Neuerkrankungen bei Kindern unter 5 Jahren sich bis 2020 verfünffachen werden?!!!
  • … 18-28% der Menschen über 60 die Krankheit haben?
  • Täglich etwa 700 Menschen an Typ-2-Diabetes erkranken also etwa 250.000 im Jahr?
  • … die Dunkelziffer besagt, dass jeder 5. von seiner Krankheit nichts weiß?! Was ist mit dir?

Es gibt kaum jemandem der in seinem Freundes-, Bekannten- und Familienkreis keinen Krankheitsfall hat (Bei mir auch!).

In den kommenden 2 Artikeln zur Beitragsserie Diabetes kann ich zwar sicher nicht alle Aspekte der Krankheit abdecken, aber du wirst leicht verständlich an das Thema herangeführt und folgende Fragen werden dir beantwortet:

Teil 1 – Grundlegendes Wissen Diabetes & Ernährung

#1 Was ist Diabetes?

#2 Welche Ursachen hat Diabetes?

#3 Welche Folgen hat Diabetes für die Betroffenen?

Teil 2 & 3: Wie kannst du oder jemand den du kennst Diabetes mit Paleo positiv beeinflussen?

Diese beiden Artikel liegen mir besonders am Herzen, da die Krankheit in meiner Familie vorkommt und mit der Einnahme von blutzuckerregulierenden Medikamenten therapiert wird bzw. mittlerweile durch die Ernährungsumstellung auf Paleo gemäß der Bluttests die Medikamenteneinnahme überflüssig geworden ist!

Besonders in meiner Anfangszeit mit Paleo bin ich über viele Berichte von Paleo-Anhängern gestolpert, die durch die Steinzeitdiät ihre Diabetes in den Griff bekommen haben. Das hat Mut gemacht!

In Teil 2 geht es vor allem um das Gleichgewicht der Hormone durch eine Paleo-Ernährung. In Teil 3 schreibe ich dann über den Paleo Lebensstil und dessen Wirkung auf die Erkrankung.

Aber nun von vorn …

Was ist Diabetes?

Diabetes mellitus ist keine moderne Zivilisations-Krankheit wie du vielleicht meinst.

Ganz im Gegenteil.

Sie ist eine der ältesten bekannten Krankheiten. Erstmals wurde Sie in einem ägyptischen Papyrus beschrieben.

Der Name Diabetes mellitus bedeutet „honigsüßer Durchfluss“ und bezieht sich auf den Urin der Kranken, der durch den ausgeschiedenen Zucker süßlich schmeckt.

(Wer das wohl damals probiert hat?)

Der Begriff umschreibt verschiedene Typen von Diabetes.

Typ-2-Diabetes (90% aller Betroffenen)

Typ-2-Diabetes (T2D) ist die häufigste Form der Zuckerkrankheit.

Sie ist eine chronische Stoffwechselkrankheit, bei der im Körper eine Insulinresistenz vorherrscht.

Diese kann hauptsächlich erblich oder durch mangelnde Ernährung (dazu später mehr!) und Bewegungsmangel hervorgerufen werden.

Insulin ist das Hormon, das unter anderem den Zucker aus dem Blut in deine Körperzellen schleust, die ihn zur Energiegewinnung benötigen. (Nach einem Workout transportiert Insulin auch Aminosäuren in deine Muskelzellen!)

Ein sehr nützliches Hormon also! Quasi der Schlüssel zu deinen Zellen.

Wenn du jetzt aber einfach zu viel „Müll“ isst; also Snickers, Mars, Säfte, Fruchtsmoothies, schnelle Kohlenhydrate wie Nudeln & Co (Liste im Kopf bitte fortsetzen), dann sind deine Zellen bald vollgestopft mit Energie (Zucker). Da passt einfach nichts mehr rein.

Aber der Körper will auch nicht, dass der ganze Zucker im Blutkreislauf umherschwappt (erhöhter Blutzuckerspiegel) und produziert verstärkt Insulin durch die Betazellen in der Bauchspeicheldrüse.

Die Zellen sagen aber: „Nö, ich bin voll“ = Wir sind insulinresistent!

Am Ende hast du einen wahren Zuckerstau im Blut und deine Zellen hören überhaupt nicht mehr auf die Signale des Insulin-Hormons.

Das hat drei schlimme Folgen…

#1 Deine Bauchspeicheldrüse kann irgendwann auch nicht mehr nachkommen mit der Insulinproduktion und gibt erschöpft den Geist auf.

#2 Deine Zellen nehmen auch weniger Zucker auf (Dein Hirn braucht Zucker zum Überleben!). Sie reagieren ja nicht mehr auf die Nachricht durch ihren Freund, das Insulinhormon.

#3 Die Folge eines erhöhten Blutzuckerspiegels sind langfristig Schäden an deinen Blutgefäßen und Organen (Es gibt neben Diabetes eine Menge anderer fieser Krankheiten die direkt mit einem erhöhten Blutzuckerspiegel zusammenhängen!)

Das Ergebnis, wenn das über lange Zeit so läuft?

Voilà du bist Diabetiker.

Typ-1-Diabetes (T1D)

Etwa 5 % der Diabetiker haben Typ-1-Diabetes (T1D).

Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der dein körpereigenes Abwehrsystem die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse zerstören.

Somit kommt es zum Mangel an Insulin und damit zum Anstieg deines Blutzuckerspiegels. Betroffene müssen sich aus diesem Grund Insulin spritzen, um den Blutzuckerspiegel wieder zu senken.

Weitere Diabetesformen (Typ-3 und Schwangerschaftsdiabetes)

Neben Typ-1-und Typ-2-Diabetes gibt es noch weitere Diabetes-Unterformen, die jedoch wesentlich seltener auftreten und bis auf Schwangerschaftsdiabetes auch weniger bekannt sind.

Bei ihnen wird meist vom Typ-3-Diabetes gesprochen, die beispielsweise durch Erkrankungen deiner Bauchspeicheldrüse oder verschiedene genetische Defekte ausgelöst werden können.

Doch da ich nur einen Artikel und kein Buch schreiben wollte, konzentrieren wir uns im Folgenden also auf T1D und T2D.

Was sind die Ursachen von Diabetes?

T1D ist auf eine Autoimmunreaktion zurückzuführen, dessen genaue Hintergründe noch nicht bekannt sind.

Es wird vermutet, dass deine Erbanlagen eine mögliche Rolle spielen.

Auch bestimmte Umweltfaktoren (z.B. Kuhmilch in Säuglingsnahrung) oder Virusinfektionen (Enteroviren) stehen im Verdacht T1D zu fördern.

Die Ursachen für eine Erkrankung an T2D liegen vor allem in der erblichen Veranlagung, begünstigt durch Bewegungsmangel und Übergewicht.

Daher kann sich eine Insulinresistenz auch durch einen Wandel des Lebensstils beeinflussen lassen…

#1 Ernähr dich frühzeitig gesund. (Was da so in Kindergärten schon auf den Tisch kommt, IGITT! Hoffentlich kann ich meine Tochter mal in einen Paleo-Kindergarten schicken!)

#2 Treibe Sport! (Such dir was, was du leidenschaftlich gerne machst und das dich ganzheitlich fordert.)

#3 Trenne dich von ein paar Fettreserven. (Abnehmen mit Paleo)

Fettgewebe schüttet Botenstoffe aus, die eine Insulinresistenz begünstigen und ein Bewegungsmangel fördert vor allem bei Muskelzellen die Insulinresistenz. Auch Bluthochdruck, der bei vielen Typ-2-Diabetikern auftritt, begünstigt eine Insulinresistenz.

T2D wurde früher oft als „Alterszucker“ bezeichnet.

Doch diese Bezeichnung ist heutzutage irreführend, da mittlerweile auch immer mehr jüngere Menschen und sogar Jugendliche und Kinder an T2D erkranken. Ursache hierfür ist ihr starkes Übergewicht durch falsche Ernährung und Bewegungmangel (Chips & Computerzocken, AMEN!).

Insulin-spritze

© Melissa Johnson @flickr

Welche Folgen hat Diabetes für die Betroffenen?

Zu den Folgekrankheiten von Diabetes mellitus (Typ 1 und 2 !) gehören beispielsweise Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenschäden, Netzhautschädigungen, Nervenschädigungen oder ERREKTIONSSTÖRUNGEN …

… und viel mehr fieses Zeug.

Diese können bereits in einem sehr frühen Stadium des Diabetes oder sogar im Prädiabetes, also dem Diabetes-Vorstadium, auftreten. Selbst unter Depressionen leidet jeder zehnte Diabetiker.

Gefahren für Typ-1-Diabeter

Bei Typ-1-Diabetikern besteht zudem die erhöhte Gefahr einer Unterzuckerung (Hypoglykämie). Eine Hypoglykämie kann vor allem für herzkranke und ältere Menschen lebensgefährlich sein.

Die Unterzuckerung führt zur Ausschüttung des Stresshormons Adrenalin. Puls und Blutdruck steigen. Herzrhythmusstörungen und sogar Herzinfarkte können das Ergebnis sein.

Darum ist es für die Betroffenen auch so wichtig, die Warnzeichen einer Unterzuckerung rechtzeitig zu erkennen, wie…

  • …Schwitzen,
  • …Herzrasen,
  • …Blässe um Mund und Nase,
  • …weite Pupillen und
  • …Zittern.

Doch wie kann es zu einer Unterzuckerung bei Typ 1 kommen?

Hierfür gibt es viele verschiedene Gründe, von denen ich nur einige nenne. Diabetiker, die Insulin gespritzt haben oder Tabletten eingenommen haben und…

  • …danach nichts essen oder den Kohlenhydratgehalt der Mahlzeit überschätzt haben,
  • …eine erhöhte körperliche Aktivität betreiben,
  • …ein heißes Bad nehmen oder die Sauna besuchen, was die Durchblutung der Haut verstärkt, sodass das gespritzte Insulin schneller in den Kreislauf gelangt etc.

Für den Typ-1-Diabetiker kann jedoch auch ein diabetisches Koma, das sogenannte ketoazidotische Koma, beim absoluten Insulinmangel auftreten.

Der Körper der Betroffenen versucht durch den Abbau von Fetten und Eiweißen Energie zu gewinnen, da kein Insulin von der Bauchspeicheldrüse produziert wird und die Körperzellen keinen Zucker aufnehmen können.

Der erhöhte Blutzucker führt zu einer vermehrten Harnausscheidung und zu einer Übersäuerung durch den entgleisten Stoffwechsel.

Gefahren für Typ 2 Diabetiker

Bei Typ-2-Diabetikern besteht hingegen das Risiko eines relativen Insulinmangels. Der kann zu einem hyperosmolaren Koma führen. Die Blutzuckerwerte sind extrem hoch und der Körper scheidet dann einen Teil des Zuckers über die Nieren aus.

Der Zucker im Urin führt jedoch zu einem starken Flüssigkeitsverlust. Eine Infektion wie beispielsweise eine Lungenentzündung können zu einem hyperosmolaren Koma führen. Aber auch eine falsche Ernährung.

Beim Betroffenen äußern sich die Symptome eines diabetischen Komas wie folgt:

  • Geruch nach Aceton im Atem
  • Durst und stark vermehrtes Trinken (Polydipsie)
  • häufiges Wasserlassen (Polyurie)
  • Müdigkeit
  • Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen
  • Hypotonie und
  • Muskelreflexabschwächung

Jetzt habe ich ein ganz schönes Schreckensszenario aufgebaut. Meinst du nicht auch? Ich finde zurecht!

Du hast bereits mitbekommen, dass Bewegung und Ernährung präventiv und auch nach Erkrankung helfen können. Und damit meine ich ganz speziell Paleo! Warum? Das verrate ich dir im nächsten Teil …

HAST DU DIABETESFÄLLE IN DEINEM BEKANNTENKREIS? WIE GEHEN DIE MIT IHRER KRANKHEIT BISHER UM? SCHREIBE MIR UNBEDINGT IN DIE KOMMENTARE!

Du willst mehr Energie im Alltag?


Dann trage jetzt Deine E-mail ein lerne die in einem 7-teiligen Kurs die Tricks und Kniffe dafür kennen!

Über den Autor
Iris ist im beruflichen Leben IT-Prüferin in der Wirtschaftsprüfung. Sie liebt das Kochen und Sport. Beides ist für sie der ideale Ausgleich zu ihrem oft stressigen Berufsleben. Ganz besonders als Mutter einer kleinen Tochter ist ihr gesunde Ernährung und natürliche Bewegung wichtig. Mit Paleolifestyle.de möchte sie auch dir zu einem gesünderen, fitteren und noch erfüllenderen Leben verhelfen - ganz nach dem Motto: "Paleo is not a diet, it's a lifestyle."
5 bemerkungen  |   Kommentare zu oder Hallo sagen Iris

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  1. Gut geschrieben, Iris! Ich find es gut, dass du mit deinen Artikeln ein weites Spektrum des Lifestyles abdeckst und nicht nur 0815-Rezepte und -Tipps. Ich freue mich immer besonders, wenn ich selbst nach 2,5 Jahren Paleo von anderen Bloggern noch was lernen kann und nicht immer nur die selben Artikel (aber von verschiedenen Bloggern (ab)geschrieben) lesen muss.
    Martin

  2. Ein wirklich ausführlicher, verständlicher Artikel zu diesem Thema.
    Nur eines, insulinresistente Zellen sind nicht ‚voll‘ sondern die Rezeptoren reagieren nicht mehr auf das Insulin. Also eher als wäre das Schloss verrostet 😉
    Und auch Typ2er können unterzuckern, kommt ganz auf deren Medikation an.
    Jedenfalls freu ich mich jetzt schon auf die Fortsetzung

    Einen schönen Feiertag
    Liebe Grüße
    Vero

  3. Hi, hab mit großem Interesse diesen Artikel gelesen. Bin seit 10 JahrenI Insulin spritzende
    Diabetikerin. Von meinem Hausarzt bekam ich den Rat, mich Kohlehydrat arm zu ernähren.
    So traf ich im Internet auf PALEO, seit ca. 1 Jahr leb ich danach und habe durch meine
    Ernährungsumstellung bereits 10 kg an Körpergewicht verloren. Meine Blut-Zuckerwerte sind
    immernoch erhöht, wegen des Obstes, welches mir sehr gut bekommt.
    Da ich in Berlin wohne, war ich am 25.Juni diesen Jahres zum Paleo Event, sehr interessant.
    Nur vermisste ich Ideen und Rezepte für Diabetiker die PALEO -fans sind. Paleo find ich SUPER,
    nur mit zuviel Feigen-Datteln und anderen stark-zuckerhaltigen Früchten. Es steckt ja alles noch
    in den Kinderschuhen und Wünsche sind noch offen.
    mit freundlichem Gruß ihre dankbare (67.jährige) Leserin und Nutzerin
    Ursula M. Hein

    • Hallo Ursula,

      vielen Dank für deine Nachricht und das teilen deiner Geschichte mit mir und meinen Lesern.
      Gerne werde ich deinem Wunsch nach mehr Rezepten, die speziell für Diabetiker geeignet sind, nachkommen.

      Liebe Grüße
      Iris

  4. Wie du mit Paleo Diabetes bekämpfst (TEIL2) » Paleo Lifestyle - Oktober 28, 2014

    […] ersten Teil zu Paleo und Diabetes hast du erfahren, welche Formen von Diabetes es gibt, worin die Ursachen für die Häufigkeit von […]