Die Wahrheit über gesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Die Wahrheit über gesättigte und mehrfach ungesättigte Fettsäuren

Eines der umstrittensten Themen in der Ernährung sind Fette. 

Insbesondere die gesättigten Fettsäuren stehen immer wieder in der Kritik und werden als ungesund deklariert. Stattdessen wird vor allem der Verzehr von Pflanzenölen – mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren – empfohlen.

Doch als erfahrener Paleolaner weißt du, dass der Wechsel von gesunden, gesättigten tierischen Fetten zu den stark verarbeiteten (raffinierten) pflanzlichen Fetten mit einem hohen Omega-6-Gehalt keinesfalls für deine Gesundheit förderlich ist.

Räumen wir also die überholten Irrtümer aus dem Weg!

Keine Angst vor gesättigten Fettsäuren

Gesättigte Fettsäuren treten in der Regel in höheren Konzentrationen in tierischen Lebensmitteln wie Butter, Käse, Fleisch und Fett auf. Doch es gibt auch wenige Ausnahmen bei den Pflanzenfetten wie Kokos- und Palmöl, die einen extrem hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren enthalten.

Es herrscht leider immer noch die weitverbreitete Meinung, dass die überschüssige Aufnahme von gesättigten Fettsäuren zu hohen Cholesterinwerten und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Krankheiten führt.

So besagt die Theorie, dass die Senkung des Cholesterins auch zu einer Verringerung des Risikos der Entwicklung von Herzerkrankungen führt. Doch in Wirklichkeit ist die stark vereinfachte Theorie auch stark fehlerhaft und wurde in aktuellen Studien1)Chowdhury, R. et al.: „Association of Dietary, Circulating, and Supplement Fatty Acids With Coronary Risk: A Systematic Review and Meta-Analysis“, Annals of Internal Medicine, März 2014, Vol. 160 Nr. 6, S. 398-406 widerlegt.

So nimmst du Cholesterin nicht nur über deine Nahrung auf. Ganz im Gegenteil wird sogar das meiste Cholesterin in deinem Körper von der Leber produziert.

Dein Körper ist in der Lage die Menge des Cholesterins im Blut durch die Steuerung der internen Produktion zu regulieren. Wenn also die Cholesterinzufuhr in der Nahrung zunimmt, produziert dein Körper weniger Cholesterin.

Dies trifft auf 75 % der Bevölkerung zu. Die verbleibenden 25% der Bevölkerung reagieren auf die gesteigerte Zufuhr von gesättigten Fetten mit einem Anstieg in ihren Cholesterinwerten und sind damit überempfindlich. Allerdings nicht in dem Maße, dass es zu einem erhöhten Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen führt.

Also keine Scheu vorm Eigelb und genieße wieder dein Spiegelei am Morgen!

Von wegen gesunde Pflanzenöle

Abgesehen vom Palmöl, Olivenöl und Kokosöl enthalten Pflanzenöle mehrfach ungesättigte Fettsäuren (PUFA, von engl. polyunsaturated fatty acids).

Eines der Hauptprobleme mit PUFAs ist, dass sie chemisch sehr instabil sind.

Ohne dir an dieser Stelle eine Chemielehrstunde zu geben, bedeutet das, dass Pflanzenöle leicht ranzig werden oder bei Wärme, Licht und Sauerstoff oxidieren.

Das was bei Metall rosten ist (oxidieren) ist bei Fetten das ranzig werden.

Eigentlich sind pflanzliche Öle mit sogenannten Antioxidantien versehen, die das Öl vorm ranzig werden schützen, aber die industrielle Verarbeitung (erhitzen, bleichen, Geruchsentfernung) lassen von diesen natürlichen Inhaltsstoffen nichts übrig.

Auch keine Vitamine & Co.

In deinem Körper reagieren PUFAs leicht und binden sich an Proteine ​​und Zucker.

So entstehen toxische Nebenprodukte wie AGEs (Advanced Glycation Endproducts). Diese können wiederum zu zahlreichen gesundheitlichen Schäden2)Simopoulos AP.: „The importance of the ratio of omega-6/omega-3 essential fatty acids“, Journal of Pharmaceutical and Biomedical Analysis, Oktober 2002, Volume 56 Nr. 8, S. 365-379. beitragen.

Werden PUFAs beispielsweise in großen Mengen verzehrt, werden sie ein zunehmender Teil von Zellmembranen, die dann selbst anfällig für Oxidation werden. Es gibt einige Studien3)Nair, J.: „High dietary omega-6 polyunsaturated fatty acids drastically increase the formation of etheno-DNA base adducts in white blood cells of female subjects“,Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention, August 1997, Volume 6 Nr. 8, S. 597-601 die PUFA daher mit einem erhöhten Krebsrisiko in Zusammenhang bringen.

Das große Problem ist:

Der normale Bürger isst viel zu viele PUFAs, weil sie von der Industrie für ziemlich jedes Produkt verwendet werden.

Ein weiteres Problem mit diesen Pflanzenölen ist vor allem, dass sie meist reich an Omega-6 sind und damit zu einem ungünstigen Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren beitragen.

Das kann über Autoimmunreaktionen viele gesundheitliche Probleme wie u.a. Herzerkrankungen, Bluthochdruck oder Rheuma verursachen.

FAZIT

Auf der Healthconference in Großbritannien hat Dr. Aseem Malhotra seine Studie „Saturated Fat is not the Issue“ vorgestellt, die 2013 eine der meistgelesensten Publikationen in der wissenschaftlichen Welt war.

Aktuelle Forschungsergebnisse über gesättigte Fette wie die von Dr. Malhotra bestätigen, dass die Angst vor hohen Cholesterinwerten und Herzerkrankungen beim Konsum gesättigter Fettsäuren unbegründet ist.

Denn das über die Nahrung aufgenommene Cholesterin hat wenig bis gar keine Wirkung auf den Blutcholesterinspiegel.

Im Gegensatz zu den gesättigten Fetten ist ein hoher Verzehr von PUFAs gesundheitlich schädlich!

Das liegt vor allem an dem hohen Gehalt von Omega-6-Fettsäuren und der chemischen Instabilität. Zusätzlich sind die meisten Pflanzenöle stark raffiniert, wodurch die Vitamine und sekundären Pflanzenstoffe fast vollständig aus den Ölen entfernt wurden.

Ich empfehle dir daher bis auf Palm, Kokos- und natives Olivenöl alle Pflanzenöle aus deinem Küchenschrank zu verbannen. Am besten kochst du mit Butterschmalz (Ghee) oder Kokosöl.

Fußnoten   [ + ]

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Paleo Reset 30 Tage Challenge
Über den Autor
Iris ist im beruflichen Leben IT-Prüferin in der Wirtschaftsprüfung. Sie liebt das Kochen und Sport. Beides ist für sie der ideale Ausgleich zu ihrem oft stressigen Berufsleben. Ganz besonders als Mutter einer kleinen Tochter ist ihr gesunde Ernährung und natürliche Bewegung wichtig. Mit Paleolifestyle.de möchte sie auch dir zu einem gesünderen, fitteren und noch erfüllenderen Leben verhelfen - ganz nach dem Motto: "Paleo is not a diet, it's a lifestyle."
4 bemerkungen  |   Kommentare zu oder Hallo sagen Iris

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  1. Liebe Iris,
    vielen Dank für diese ausführliche Erklärung.
    Ich werde ganz bestimmt den ein oder anderen auf deinen Artikel aufmerksam machen.
    Aber kannst du vielleicht noch ein paar Artikel zu dem Thema in deutscher Sprache nennen?
    Liebe Grüße Vero