Wie du mit Paleo Diabetes bekämpfst (Teil 3)

Wie du mit Paleo Diabetes bekämpfst (Teil 3)

Im ersten Teil zu Paleo und Diabetes hast du erfahren, welche Formen von Diabetes es gibt, worin die Ursachen für die Häufigkeit von Diabetes in der modernen Gesellschaft liegen und welche Folgen die Krankheit für Betroffene hat.

Im zweiten Teil habe ich dir erklärt, wie du mit der Paleo-Ernährung die wesentlichen Hormone im Gleichgewicht hältst und damit Diabetes vorbeugst bzw. bekämpfst.

Heute geht es im letzten Teil darum, wie du mit dem Paleo Lifestyle – speziell mit Sport – Diabetes vorbeugst oder die Krankheit mit einer geringen Medikation oder gar gänzlich ohne blutzuckerregulierende Medikamente in den Griff bekommst.

Diabetes mit Sport den Kampf ansagen

Zum Paleo-Lebensstil gehört natürlich auch Sport und Bewegung.

Aber welchen Einfluss hat körperliche Aktivität für Menschen mit Diabetes?

Zunächst mag man meinen, dass Sport für Menschen mit Diabetes das Risiko einer Unter- oder Überzuckerung bedeutet. Schließlich wirkt sich ein stark erhöhter Energieverbrauch bei körperlicher Ertüchtigung auf die Regulierung des Stoffwechsels aus.

Doch vor allem Typ-2-Diabetiker sollten Sport treiben!

In Verbindung mit einer gesunden Ernährung ist es dann sogar möglich, gänzlich auf blutzuckerregulierende Medikamente zu verzichten, da die Insulinempfindlichkeit durch Sport und Bewegung erhöht wird.

T2D kann zudem mit regelmäßiger Bewegung und Sport vorgebeugt werden, da Bewegungsmangel einer der Hauptursachen für T2D ist.

Hinzu kommt, dass Typ-2-Diabetiker oftmals einen erhöhten Blutdruck haben und aufgrund ihrer Anfälligkeit für Arterienverkalkung einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden. Auch auf diese Nebenerscheinungen des Diabetes ist regelmäßiger Sport eine entsprechende Gegenmaßnahme.

Aber auch Typ-1-Diabetiker sollten Sport treiben.

Denn dieser gehört nun einmal zum gesunden Paleo-Lebensstil dazu. Zwar lässt sich eine autoimmunologische Störung nicht durch Sport beheben, aber das Herz-Kreislauf-System der Betroffenen wird gestärkt. Damit können kardiovaskuläre Erkrankungen vorgebeugt werden, für die Diabetiker ein erhöhtes Risiko tragen.

Zudem lassen sich Blutzuckerschwankungen beim Sport in den Griff bekommen, sodass einer Hypoglykämie vorgebeugt werden kann.

Schließlich gibt es neben Hochleistungssportlern mit Typ-2-Diabetes auch Weltmeister und Olympiasieger, die Typ-1-Diabetiker sind.

Dazu ist es natürlich nötig „zu lernen“, wie das Insulin und die Nahrung an die vermehrte körperliche Aktivität angepasst werden können. Die Mühe lohnt sich. Denn es kann durchaus passieren, dass sich der HbA1c-Wert, also der Wert, mit dem sich der Blutzuckerspiegel der vergangenen Wochen überprüfen lässt, auch bei Typ-1-Diabetikern durch Sport verbessert.

So ist es mittlerweile erwiesen, dass sich der Anstieg des Blutzuckers nach dem Essen bei Typ-1- und Typ-2-Diabetikern verringert, wenn sie sich entsprechend bewegen. Dabei spielt es keine Rolle, welcher Sportart sie nachgehen.

In Prinzip können Diabetiker alle Sportarten ausüben.

Also Bewegung bedeutet auch weniger Medikamente und Insulin.

Denn jede körperliche Ertüchtigung bringt Zucker in die Körperzellen.

Beim Sport fangen die Muskeln an zu arbeiten und hierfür benötigen sie Glukose, das sie aus den „Zuckerdepots“ beziehen, die in den Zellen lagern. Sind diese jedoch leer, besorgen sie sich den benötigten Zucker aus dem Blut. Das Ergebnis:

Der Blutzuckerspiegel sinkt.

Eine weitere gute Nachricht für Diabetiker ist, dass dieser positive Effekt des Sports auch noch im Ruhezustand bis zu zwei Tage nach dem Training wirkt. Denn auch dann können Muskeln Zucker aus dem Blut beziehen.

Gerade Typ-2-Diabetiker können ihre Blutzuckerwerte durch entsprechende Bewegung sogar so weit verbessern, dass sie ihre Tablettendosis verringern oder gar gänzlich auf blutzuckerregulierende Medikamente verzichten können.

Insbesondere Diabetiker mit Übergewicht können wahrscheinlich das Insulin wieder absetzen, sobald sie den Großteil ihrer Kilos wieder los sind.

Doch wie schon erwähnt, ist es hierzu nötig, die Stoffwechselvorgänge während der körperlichen Aktivität zu kennen. Durch den erhöhten Energiebedarf der Muskeln beim Sport benötigen diese auch mehr Zucker aus dem Blut.

Im Gegensatz zu gesunden Menschen, bei denen einfach weniger Insulin ausgeschüttet wird, müssen sich Typ-1-Diabetiker Insulin spritzen, da ihre Bauchspeicheldrüse keines produziert.

Eine Unterzuckerung entsteht dann, wenn vor der sportlichen Betätigung zu viel des Hormons gespritzt wurde, denn in diesem Fall gelangt zu viel Blutzucker in die Muskeln.

Wird hingegen zu wenig Insulin gespritzt, kommt es zur Energiegewinnung über Fette, was jedoch zur Ketoazidose, also der Übersäuerung des Bluts führen kann. Dies führt wiederum zur Ausschüttung von Adrenalin und damit zur Erhöhung des Blutzuckers.

Die richtige Medikamentendosis vor und nach dem Sport sollte daher auf jeden Fall mit dem Arzt besprochen werden!

Da Sport bei jedem den Blutzucker anders beeinflusst,  muss auch jeder Diabetiker selbst herausfinden, wie er seine Werte am besten im Griff behält. So bleiben neben der ärztlichen Absprache jedem Diabetiker nur das Ausprobieren und die sorgfältige Kontrolle während des Sports.

FAZIT

Also fassen wir noch einmal kurz die wichtigsten Fakten aus allen  3 Teilen zu Paleo und Diabetes zusammen.

Es gibt verschiedene Arten von Diabetes, wobei mit 90 % Typ-2-Diabetes, bei dem die Bauchspeicheldrüse zu viel Insulin produziert, am meisten verbreitet ist.

Nur etwa 5 % der Diabetiker leiden an Typ-1-Diabetes, bei dem es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt und die Insulin produzierenden Zellen zerstört werden. Bei beiden Formen der Diabetes-Erkrankung kommt es zu einem Anstieg des Blutzuckerspiegels.

Die Ursachen für eine Erkrankung an T1D sind noch nicht genau bekannt. Bei T2D hingegen liegen die Ursachen vor allem in der erblichen Veranlagung, begünstigt durch Bewegungsmangel und Übergewicht.

Die gesundheitlichen Folgen des Diabetes sind für die Betroffenen weitreichend. Doch lassen sie sich mit der Paleo-Ernährung und regelmäßiger Bewegung – kurz einer gesunden Lebensweise – in den Griff bekommen und Diabetes vorbeugen bzw. dessen Symptome kontrollieren.

Denn mit dem Paleo-Lebensstil wird die Insulinempfindlichkeit erhöht und der Blutzucker auf natürliche Weise reguliert.

Ich habe mit vielen Diabetesbetroffenen über ihre Ernährung gesprochen. Die meisten von ihnen gaben an, dass je mehr Kohlenhydrate sie zu sich nahmen, desto mehr Insulin mussten sie sich spritzen.

Mit dieser Erkenntnis strichen sie Zucker, Getreide und viele andere kohlenhydratreiche Lebensmittel von ihrem Speiseplan und konzentrierten sich auf Gemüse, Proteine und Fette. Sie entwickelten also ganz allein einen Ernährungsstil nach Paleo, bei dem Fleisch, Fisch und Gemüse im Vordergrund stehen.

Selbstverständlich ist die Paleo-Ernährung und ausreichend Sport kein Allheilmittel gegen Diabetes. Insbesondere T1D ist schwierig zu therapieren. Dies ist vor allem der Fall, wenn die Bauchspeicheldrüse bereits dauerhaft geschädigt ist.

Doch selbst für diejenigen, die mit einer Paleo-Ernährung keine Heilung erfahren haben, so können sie doch wenigstens die Symptome mit Paleo unter Kontrolle bringen, die Abhängigkeit vom Insulinspritzen reduzieren und Nebenwirkungen ihrer Krankheit verhindern oder wenigstens herauszögern.

Bist du selbst Diabetiker? Welche Erfahrung hast du gemacht, Diabetes mit Ernährung und einer gesunden Lebensweise zu beeinflussen? Hast du bereits konkrete Erfahrungen mit Paleo im Kampf gegen Diabetes? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

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Über den Autor
Iris ist im beruflichen Leben IT-Prüferin in der Wirtschaftsprüfung. Sie liebt das Kochen und Sport. Beides ist für sie der ideale Ausgleich zu ihrem oft stressigen Berufsleben. Ganz besonders als Mutter einer kleinen Tochter ist ihr gesunde Ernährung und natürliche Bewegung wichtig. Mit Paleolifestyle.de möchte sie auch dir zu einem gesünderen, fitteren und noch erfüllenderen Leben verhelfen - ganz nach dem Motto: "Paleo is not a diet, it's a lifestyle."
1 kommentare  |   Kommentare zu oder Hallo sagen Iris

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  1. Hallo!
    Wirklich gut gelungen eure Artikel-Reihe!

    Ich bin 15 Jahre alt und selber Diabetikerin (Typ 1, seit 3 Jahren).
    Entgegen aller Erwartungen meiner Ärzte habe ich es geschafft die Medikamente für 1 Jahr komplett abzusetzen. Danach wurde es wieder schlechter, weil ich an Weihnachten nicht nein sagen konnte (Hehe 😀 ) Ich kriege diesen Zustand auch immer mal wieder hin, allerdings nicht konstant, weil man wirklich auf so vieles verzichten, sehr viel Sport machen und sich an einen strengen Plan halten muss. (ich habe nicht nach Paleo gegessen, sondern Vegan, aber natürlich Getreide und Zucker, etc. weggelassen)
    Ich bin jedoch überzeugt, dass ich so mehr Lebensqualität erhalten habe, als der ein oder andere insulinpflichtige Diabetiker. Natürlich habe ich manchmal Angst vor Spätfolgen, aber das hätte ich auch wenn ich Medikamente nehmen würde. In meinem Umfeld habe ich einige ältere Typ 1 Diabetiker, die noch top fit sind und nie Probleme hatten, trotz der Tatsache, dass sie ihren Blutzucker nie wirklich ernst genommen haben. Immer wieder sagen sie mir: Mach dir nicht so viele Gedanken, dann passiert auch nichts.
    Und genau das werde ich tun, mein Leben genießen und nicht zu viel drüber nachdenken.

    Euch allen viel Erfolg und vor allem Gesundheit

    Pia