9 effektive Wege, um Hashimoto natürlich zu bekämpfen

9 effektive Wege, um Hashimoto natürlich zu bekämpfen

Chronische Erkrankungen, besonders Autoimmunerkrankungen, sind in Deutschland auf dem Vormarsch. Während die Menschheit in den letzten 200 Jahren riesige Fortschritte in der Medizin gemacht hat und so die Lebenserwartung von 30 auf mittlerweile 83 Jahre steigern konnte, so haben in demselben Maße chronische Erkrankungen rapide zugenommen. Wir werden zwar älter, ja, aber nicht unbedingt gesund alt.

Eine Erkrankung, die seit Jahren immer mehr Aufsehen erregt und die massiv unterschätzt wird, ist Hashimoto Thyroiditis. Experten zufolge leiden in Deutschland 4-8 Millionen Menschen an Hashimoto (Uni Heidelberg). Das ist in etwa derselbe Maßstab wie Diabetes. Aber wie oft steht Diabetes im Zentrum des öffentlichen Interesses, und wie häufig wird über Hashimoto geredet?

Die Schulmedizin scheint mit einer Erkrankung wie Hashimoto überfordert, geht es dort nur um Unterdrückung der Symptome und weniger um wirkliche Regeneration oder Heilung.

Das Beste, was du tun kannst, um Hashimoto vorzubeugen oder zumindest die Symptome so weit zu unterdrücken, dass sich deine Schilddrüse regenerieren kann, ist eine gesunde Lebensführung. Bei fast allen chronischen Erkrankungen ist Lebensführung der entscheidende Punkt. Dabei benötigt dieses Wissen keinen Doktortitel, sondern nur einige zentrale Punkte und ein wenig Motivation und gesunder Menschenverstand.

Heute möchten ich dir daher erklären, was Hashimoto wirklich ist und welche 9 Wege es gibt, um Hashimoto erfolgreich zu bekämpfen.

 

Was ist Hashimoto?

Hashimoto ist eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse. Bei Autoimmunerkrankungen greifen Immunzellen, die eigentlich dafür da sind, um Krankheitserreger zu bekämpfen, körpereigene Zellen an und beschädigen diese. Die Folge ist eine chronische Entzündung sowie Beeinträchtigung des Gewebes. Die Schilddrüse ist ein zentrales Stoffwechselorgan im Körper. Sie sieht in etwa aus wie ein Schmetterling, ist so groß wie zwei Walnüsse und sitzt knapp unter dem Kehlkopf. Frauen können sie mit den Fingern leicht ertasten.

Greifen Immunzellen nun die Schilddrüse an und zerstören sie teilweise, ist sie in ihrer Aufgabe so stark beeinträchtigt, dass zentrale Stoffwechselprozesse im Körper nicht mehr richtig funktionieren (Neta & Zantut-Wittmann, 2016). Entsprechend vielfältig sind aber leider auch die Symptome von Hashimoto. Charakteristisch allerdings ist besonders die allgemeine Trägheit, und Energielosigkeit bei den Betroffenen.

Gesunde Lebensführung ist DER entscheidende Punkt, um Hashimoto vorzubeugen oder bei einer vorliegenden Erkrankung entgegenzuwirken.

 

Der Hashimoto-Kongress – kostenlose Tipps von Hashimoto-Experten aus ganz Deutschland!

Auf dem Hashimoto-Kongress werden vom 13.11. bis zum 03.12. Experten aus ganz Deutschland über einen Aspekt von Hashimoto vortragen. Ziel dabei ist, Ihnen als Betroffene oder zur Vorbeugung wertvolle Tipps und Behandlungsratschläge zu geben. Das Ganze ist selbstverständlich kostenlos, um damit möglichst viele Menschen zu erreichen.

Nun möchte ich dir 9 erste Punkte nennen, die du noch heute ändern kannst, um deine Hashimoto-Symptomatik zu verbessern oder der Erkrankung erfolgreich vorzubeugen:

 

#1 Darm regenerieren

70 % aller Immunzellen im Körper sitzen am und eben darum. Der Darm koordiniert nicht nur Nährstoffaufnahme und ist eine Barriere, er ist auch eine Art Überwachung des Immunsystems. Der Darm muss gesund sein und darf nicht zu viele Giftstoffe in den Körper lassen. Sobald dies geschieht, ist das Immunsystem überlastet, es droht eine chronische und systemische Entzündung. Entzündungen sind eine der Ursachen für Autoimmunerkrankungen. Ein gesunder Darm ist als ein absolutes Muss. Wie du deinen Darm wieder regenerieren kannst, erfährst du hier.

#2 Stressreduktion

Neben einem kaputten Darm ist chronischer Stress (psychischer Stress und physischer Stress) einer der wichtigsten Gründe bei der Entstehung von Autoimmunerkrankungen. Physischer Stress entsteht besonders oft bei Leistungssportlern und Athleten, die zu viel Sport treiben und ihren Körper nicht genug Zeit und Nährstoffe zur Regeneration zur Verfügung stellen. Wer Probleme mit chronischer Müdigkeit hat, täglich mindestens 1 Stunde Sport treibt und sich angesprochen fühlt, tut gut daran, mehr Ruhetage einzubauen sowie das Sportpensum zu reduzieren.

Psychischer Stress ist da schon perfider und schwerer zu lösen. Das zugrundeliegende Hormon, das hier aus der Bahn gerät, ist Cortisol. In unserer modernen Hochleistungsgesellschaft mit ständig zu vielen Sinneseindrücken ist Cortisol der häufigste Grund für Stress. Achte um jeden Preis auf einen stressreduzierten Alltag, nimm dir nicht zu viele Aufgaben auf einmal vor, und gönne dir immer mal eine ruhige Stunde nur für dich. Ist es chronisch aktiviert, unterdrückt Cortisol das Immunsystem, was sich in einem kaputten Darm und Krankheitserregern im Körper zeigt.

 

#3 Nährstoffmängel beseitigen

Die Schilddrüse benötigt zum optimalen Funktionieren einige Nährstoffe, von denen du vielleicht einen Mangel aufweist:

  • Vitamin B (Fleisch, Fisch, Kombucha)
  • Vitamin D (fetter Seefisch, Eigelb, Sonnenlicht!!)
  • Eisen (Fleisch, Eier, Hirse, Kürbisgewächse)
  • Iod (Fisch, Algen, Meeresfrüchte)
  • Selen (Organfleisch, Eigelb, Fisch)

(Kim, 2017; Duntas, 2010)

Diese Nährstoffe sind zentral im Stoffwechsel und Immunsystem und ein Mangel erhöht das Risiko für Autoimmunerkrankungen erheblich. Gleichzeitig kann eine Behebung des Mangels die Symptome der Autoimmunerkrankung beträchtlich reduzieren.

 

#4 Guter Schlaf

Der Körper regeneriert sich im Schlaf und verarbeitet die Eindrücke des letzten Tages. Regeneration bedeutet auch, dass sich Immunzellen neu ausrichten und wachsen, und der Darm die Schäden des letzten Tages repariert. Ausreichend und guter Schlaf ist absolut grundlegend für die Gesundheit und das Immunsystem. Achte also auf mindestens 7 Stunden hochwertigen Schlaf (Tipps für gute Schlafhygiene findest du hier). Solltest du bereits an Hashimoto leiden, ist dein Schlafbedürfnis erhöht: Dein Körper wird dann 8-9 Stunden Schlaf täglich benötigen.

 

#5 Proteine

Immunzellen und Darmzellen, die bei der Gesundheit bei Autoimmunerkrankungen im Fokus sind, benötigen höhere Mengen Protein, als wir glauben. Proteinmangel beeinträchtigt somit die Funktionalität beider Zelltypen. Achte dazu auf ausreichend Protein (100 g täglich sind eine gut Faustregel) aus hochwertigen Quellen wie Fleisch und Eier aus artgerechter Haltung und Fisch aus Wildfang.

#6 Omega-Balance

Wie stark Entzündungsreaktionen bei einem Reiz im Körper ausfallen, entscheidet sich auch im Verhältnis zwischen Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren. Durch ungesunde Ernährung liegt fast immer ein Übermaß an Omega-6-Fettsäuren vor. Deswegen fallen Entzündungen dann auch stärker aus, Krankheiten gehen tiefer und dauern länger an. Meide daher Lebensmittel, die reich an Omega-6-Fettsäuren sind:

Speiseöle wie Sonnenblumenöl, Sojaöl, Rapsöl, Distelöl; tierische Produkte aus Massentierhaltung (Eier, Butter, Schinken,. Punkt.); Nüsse (Walnüsse und Mandeln).

Greife gleichzeitig vermehrt zu Lebensmitteln, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind: Eier und Fleisch aus artgerechter Haltung, Fisch und Meeresfrüchte, Algen, Leinsamen, Tiersamen.

 

#7 100% Glutenfrei!

Das Speicherprotein in Getreide löst häufig eine Kreuzreaktion des Immunsystems aus, an dessen Ende eine Autoimmunreaktion auf das Schilddrüsengewebe vorkommen kann. Bei Patienten mit Hashimoto oder Schilddrüsen Problemen hat sich eine glutenfreie Ernährung sehr bewährt (Tuhan, 2016; Esposito, 2016).

 

#8 Goitrogene meiden

Einige in Pflanzen vorkommenden Stoffe, die Goitrogene, beeinträchtigen die Funktion der Schilddrüse und führen ebenfalls häufig zu Kreuzreaktionen des Immunsystems auf die Schilddrüse. Bei Problemen mit der Schilddrüse reduziere oder meide daher folgende Nahrungsmittel: Kohlgewächse, Soja (Messina & Redmond, 2016),, Hülsenfrüchte, Transfette (Bajaj, 2016).

 

#9 Nahrungsmittelallergien

Eine Unverträglichkeit auf bestimmte Nahrungsmittelproteine kann ebenfalls eine chronische Aktivierung des Immunsystems nach sich ziehen, und muss um jeden Fall gemieden werden. Nahrungsmittelallergien sind sehr verbreitet und werden massiv unterschätzt. Sind es täglich konsumierte Nahrungsmittel, die eine stete Immunreaktion auslösen, kommt es auch vermehrt zu Autoimmunreaktionen. Teste dazu deinen Körper auf Nahrungsmittelallergien (Hausarzt, HNO-Arzt, Nahrungsmittelallergietests wie Lycon).

 

Fazit – Hashimoto bei den Ursachen packen und bekämpfen

Im heutigen Artikel hast du wertvolle Tipps bekommen, wie du eine unnatürliche Autoimmunreaktion wie Hashimoto mit natürlichen Gegenmitteln Einhalt gebieten kannst.

Mehr Informationen und wertvolle Tipps zu Hashimoto erhältst du ab dem 13.11. auf dem kostenlosen Hashimoto-Kongress (www.hashimotokongress.de).

Auch nicht an Hashimoto Erkrankte können so der Erkrankung vorbeugen sowie ihren Lebensalltag gesünder und abwechslungsreicher gestalten.

 

 

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Quellenverzeichnis:

Bajaj, Jagminder K.; Salwan, Poonam; Salwan, Shalini (2015): Various Possible Toxicants Involved in Thyroid Dysfunction: A Review. In: Journal of Clinical and Diagnostic Research : JCDR 10 (1), FE01-FE03. DOI: 10.7860/JCDR/2016/15195.7092.

Duntas, Leonidas H. (2010): Selenium and the thyroid: a close-knit connection. In: The Journal of clinical endocrinology and metabolism 95 (12), S. 5180–5188. DOI: 10.1210/jc.2010-0191.

Esposito, Teresa; Lobaccaro, Jean Marc; Esposito, Maria Grazia; Monda, Vincenzo; Messina, Antonietta; Paolisso, Giuseppe et al. (2016): Effects of low-carbohydrate diet therapy in overweight subjects with autoimmune thyroiditis: possible synergism with ChREBP. In: Drug Design, Development and Therapy 10, S. 2939–2946. DOI: 10.2147/DDDT.S106440.

Kim, Mijin; Song, Eyun; Oh, Hye-Seon; Park, Suyeon; Kwon, Hyemi; Jeon, Min Ji et al. (2017): Vitamin D deficiency affects thyroid autoimmunity and dysfunction in iodine-replete area: Korea national health and nutrition examination survey. In: Endocrine. DOI: 10.1007/s12020-017-1425-z.

Messina, Mark; Redmond, Geoffrey (2006): Effects of soy protein and soybean isoflavones on thyroid function in healthy adults and hypothyroid patients: a review of the relevant literature. In: Thyroid : official journal of the American Thyroid Association 16 (3), S. 249–258. DOI: 10.1089/thy.2006.16.249.

Tuhan, Hale; Isik, Sakine; Abaci, Ayhan; Simsek, Erdem; Anik, Ahmet; Anal, Ozden; Bober, Ece (2016): Celiac disease in children and adolescents with Hashimoto Thyroiditis. In: Turk pediatri arsivi 51 (2), S. 100–105. DOI: 10.5152/TurkPediatriArs.2016.3566.

 

 

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Über den Autor
Ich heiße Martin und bin studierter Biotechnologe von der TU München. Das an der Uni, privat oder durch Ausprobieren erworbene Wissen und die Erfahrungen aus über 5 Jahren Paleo möchte ich mit Dir teilen. Ich sehe mich nicht als Experten (dazu stehe ich noch zu weit am Anfang meiner wissenschaftlichen Karriere), sondern als Ratgeber, als "Denkanstoßer" :-)
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