Leaky Gut – Wie ein kaputter Darm deine Gesundheit sabotiert

Leaky Gut – Wie ein kaputter Darm deine Gesundheit sabotiert

Der Darm ist ein tolles Organ – ein architektonisches Meisterwerk der Natur, genau wie alle großen Organe in unserem Körper. 10 Meter lang schlängelt er sich seinen Weg durch den Körper und hat dabei eine Gesamtoberfläche von fast 200 Quadratmetern, also fast einem halben Fußballplatz. Wenn du dir diese Ausmaße bewusst machst, wird auch schnell klar, wie immens wichtig diese 10-Meter-Schlange für deine Gesundheit ist. Und was eine Dysbalance oder Krankheit im Darm für Schaden anrichten kann, im Zuge falscher Ernährung, Lebensführung oder Allergien.

Darum geht es im heutigen Artikel. Wir möchten dir ein Bewusstsein für den Darm schaffen und wie du dich gut um ihn kümmerst, um ein Maß an Gesundheit zu erlangen, das du vielleicht in den letzten Jahren nicht mehr hattest.

 

#1 Was macht der Darm und wie ist er aufgebaut? [1]

Der Darm ist das Tor im Körper, durch das du mit deiner Umwelt direkt interagierst in dem Sinne, dass alles, was in deinen Körper gelangt (Wasser, Nahrung, Schmutz, Krankheitserreger), im Darm entweder aufgenommen oder wieder ausgeschieden wird. Der Darm entscheidet. Daher können wir drei grundlegende Funktionen des Darms unterscheiden:

  • Nährstoffaufnahme (Makronährstoffe, Vitamine, Wasser, Mineralien, …)
  • Barrierefunktion (gegen Gifte aus der Umwelt und all die Bakterien und Pilze im Darm)
  • Immunsystem-Überwachung (gleich noch ausführlicher, das Immunsystem ist fast komplett im Darm untergebracht)

Drei ziemlich wichtige Funktionen, die an diesem unscheinbaren Rohr hängen, oder? Doch wie genau ist er aufgebaut?

  • Einleitung: Im Magen wird der Nahrungsbrei angesäuert, vermengt, durch die Säure „zerstört“ und durch ein erstes abbauendes Enzym, das Pepsin, werden Proteine vorverdaut.
  • Hauptteil: Vom Magen gelangt der Brei in den Zwölffingerdarm (der Name kommt daher, dass dieser Abschnitt so breit ist wie zwölf Finger nebeneinander). Hier wird der Nahrungsbrei mit Galle (u.a. zur Fettverdauung) und Saft aus der Bauchspeicheldrüse (weiterer Protein- und Kohlenhydratabbau) vermengt.
  • Im Dünndarm (7-8 Meter lang) wird der Großteil der Nährstoffe aufgenommen. Hier gibt es nur wenige Bakterien, er ist aber auch dünner im Durchmesser als der Dickdarm.
  • Im Dickdarm wird Wasser und Salz aufgenommen und Stoffwechselprodukte der Darmflora. In diesem kurzen, dicken Abschnitt (1-2 Meter lang) ist die Darmflora, von der immer geredet wird, ca. 100 Billionen Bakterien und Pilze leben hier. Das sind also mehr einzellige Lebewesen als du Zellen in deinem Körper hast. Können wir daher den Menschen als einen bakteriellen Superorganismus mit ein paar menschlichen Zellen bezeichnen? Vielleicht…
  • Schluss: Der Dickdarm endet im Anus. Der Rest ist Geschichte. Was nicht verwertet wird, und tote oder ausgestoßene Bakterien, landen hier. Im Töpfchen.

 

#2 Warum ist ein gesunder Darm so wichtig für die Gesundheit?

Aus den Funktionen des Darms wird ersichtlich:

  • Ein kaputter Darm kann keine Nährstoffe aufnehmen, der Körper verhungert quasi trotz Nahrungsangebot. Oder Nahrungsbestandteile werden halbverdaut aufgenommen, bei Proteinen kann dies zu Allergien und Autoimmunerkrankungen führen.
  • Ein kaputter Darm ist keine Barriere mehr, Darmbakterien können dann in den Körper gelangen und Blutvergiftungen sowie anaphylaktische Schocks auslösen, die zum Tod führen können. Darmbakterien haben nur im Darm etwas zu suchen, nicht im Rest des Körpers.
  • Ein kaputter Darm kann kein Immunsystem aufbauen, der Körper ist also ständig krank (wiederkehrende Infektionen).

„Das klingt überzeugend, aber das ist doch das worst-case-scenario. So kaputt ist mein Darm doch gar nicht.“

Vielleicht nicht vollends, aber öfters, als so mancher glaubt, ist unser Darm nicht kaputt, sondern beschädigt. Und ein beschädigter Darm sabotiert deine Gesundheit subtil, langfristig. Das merkst du vielleicht an wiederkehrenden Infektionen wie der alljährlichen Grippe (es ist nicht normal, jedes Jahr der Grippewelle zu unterliegen, ein gesundes Immunsystem kann das ab) oder dem unangenehmen Durchfall nach einem deftigen Essen. Oder an dem Eisenmangel, den der Arzt diagnostiziert, obwohl du doch genug Fleisch isst..?

 

Crashkurs Immunsystem: Wie funktioniert es?

Das Immunsystem ist das Sondereinsatzkommando, die „Körperpolizei“, die den Körper gegen Eindringlinge wie Viren und Bakterien und auch Tumorzellen verteidigt, die dort nichts zu suchen haben. Ein Eindringling wird erkannt (durch Antikörper), gefressen (durch weiße Blutkörperchen), verdaut und Schnipsel vom Eindringling zeigt die Fresszelle dann stolz ihren Kumpels, damit die dann auch wissen, wie der Eindringling aussieht. Die Immunreaktion wird so nachhaltig verstärkt.

Läuft eine Immunreaktion aus dem Ruder, spricht man von einer chronischen Entzündung, die bis zu einer Autoimmunreaktion, der Attacke des Immunsystems gegen eigene Zellen, führen kann. Multiple Sklerose, Typ I-Diabetes und Hashimoto (mehr Infos unter www.hashimotokongress.de) sind die vielleicht bekanntesten Autoimmunerkrankungen. Inwiefern diese ihren Ursprung in einem kaputten Darm haben, ist leider noch nicht geklärt. Aber zumindest Hashimoto ist erschreckend oft mit einer Gluten-Unverträglichkeit assoziiert [4].

Warum ist der Darm hier wichtig? Das Immunsystem ist dort ansässig, wo es am meisten gebraucht wird, wo am meisten Krankheitserreger und Gifte in den Körper gelangen. Und das ist nun einmal der Darm. 80 % aller Immunzellen [1][2] im Körper sitzen am und im Darm. Sogenannte M-Zellen ziehen einzelne Bakterien und Viren aus dem Darminneren in die unter den Darmzellen liegende Schicht und lassen sie von Makrophagen fressen. So weiß das Immunsystem immer, was gerade im Darm so läuft, und wie viele Krankheitserreger gerade da sind. Genau das haben wir vorher mit Immunsystem-Überwachung gemeint. Das ist ein aktiver Prozess. Findet der nicht mehr statt, wirst du anfällig für plötzliche Ausbrüche von Krankheitserregern. Findet er zu stark statt, entsteht eine chronische Entzündung. Ein Gleichgewicht ist hier sehr, sehr wichtig.

Du weißt jetzt, wie das Immunsystem grob funktioniert, und wie der Magen-Darmtrakt aufgebaut ist. Um das nächste Kapitel zu verstehen, nämlich was dem Darm aktiv schadet, musst du nur noch folgendes wissen:

  • Der Darm ist im Querschnitt ein Rohr mit einer sehr dünnen Rohr-Verkleidung, dem Darmepithel. Das ist eine einzelne Zellschicht (nur ein paar tausendstel Millimeter dick), diese Zellen sind fest miteinander verankert (Tight Junctions). Und diese Zellen haben eine mittlere Lebensspanne von nur 4-5 Tagen, da sie ständig Giften aus der Umwelt ausgesetzt sind. Es ist also wichtig, dass die Zellen fest verankert sind und schnell genug nachwachsen, wie sie absterben.
  • Zwischen dieser Zellschicht und dem Darm-Inneren liegt eine Pufferzone, eine Schleimschicht, die die Bakterien fernhält und nur Nahrungsbestandteile durchlässt. Das ist die Mucus-Schicht, sie besteht aus schleimigen Polysacchariden und antibakteriellen Proteinen, den Defensinen und Antikörpern (IgA). Diese sind ebenso wichtig wie eine funktionierende Zellschicht.
  • Das waren jetzt viele Fachbegriffe, entschuldige bitte. Grundkurs Zellphysiologie bestanden, gut gemacht! Weiter geht’s!

 

#3 Was schadet dem Darm?

Wow, das waren wirklich viele Informationen bis jetzt. Wir hoffen, du bist noch am Ball! Wenn dir das im Kapitel zuvor zu viel Biochemie war, dann reicht es auch, wenn du die folgenden Punkte verinnerlichst, denn das sind die praktischen Tipps, wie du deinen Darm schützen und heilen kannst.

Diese Nahrungsbestandteile schaden im Übermaß – oder bei empfindlichen Menschen in geringer Dosis – dem Darm:

Lektine [5][6] sind Zuckerproteine, welche in Hülsenfrüchten, Getreide und Nachtschattengewächsen (Kartoffeln, Tomaten, Paprika, …) vorkommen. Diese werden in der Forschung verhendet, um Proteine zu verklumpen. Und genau das tun sie im Übermaß oder bei schlechter Essenszubereitung in deinem Körper: Sie verklumpen Proteine und Zellen und verkleistern das Darmepithel.

Fructose [7][8]: Ein eher überraschender Punkt, ja. Fructose/ Fruchtzucker wird nur langsam vom Darm aufgenommen und ist daher in großen Mengen – Haushaltszucker und Fruchtsäfte – schlecht für den Darm. Denn Fructose ist im Gegensatz zu Glucose (Traubenzucker) ein reaktiver Zucker, der die Darmschicht angreifen und Entzündungen verursachen kann. Besonders problematisch ist Fructose zusammen mit Omega-6-Fettsäuren.

Omega-6-Fettsäuren [9] sind zwar essentiell, aber in der westlichen Ernährung dank Speiseölen und Fleisch aus Massentierhaltung leider reichlich vertreten. Aus diesen Fetten stellt der Körper entzündungsfördernde Stoffe her. Diese sind in gesunder Menge lebenswichtig, aber im Übermaß führen sie zu schleichenden, chronischen Entzündungen im Körper, die zusammen mit Fructose dem Darm den Rest geben können, denn sie lassen Löcher in der Darmschicht entstehen, wenn Darmzellen aufgrund von Entzündungen reihenweise absterben und sich nicht schnell genug nachbilden können.

Gluten [10][11] ist das Speicherprotein des Weizens und ist dort auch besonders aggressiv, kommt jedoch in schwächerer Form auch in anderen Getreidesorten vor (Roggen, Gerste, Hafer, jede Getreideart hat ein „eigenes Glutenoid“). Gluten ist dank moderner Züchtung so aggressiv, weil es durch seine kompakte Struktur nur schwer verdaubar ist. Gluten-Schnipsel greifen direkt die Anker zwischen den Darmzellen an und zerstören diese. Es entstehen Löcher im Darm, Gluten kann dann auch in den Körper gelangen und überall, selbst im Gehirn, Schäden verursachen, die in Autoimmunerkrankungen und Entzündungserkrankungen wie Zöliakie oder auch Demenzerkrankungen enden können.

Sojaprotein wird hier ebenfalls aufgelistet, weil es öfters konsumiert wird als andere Proteine aus Hülsenfrüchten, in Form vegetarischer Nachbauprodukte oder Sojaprotein. Dieses ist genauso schwer verdaulich wie Gluten und hat ähnliche Wirkungen im Darm.

Casein ist das unlösliche Protein in der Milch, welches in Säure ausflockt und so das Hauptprotein in Käse und Quark ist (Molke ist die lösliche Proteinfraktion). Nicht jeder Mensch kann Casein gut verdauen, Milchallergien gehen meist auf Casein zurück. Unverdautes Casein wird ebenfalls von den Darmzellen aufgenommen und schadet ihnen. Also bitte beobachten, wie gut du Milch oder Käse verträgst.

Chemische Zusatzstoffe in verarbeiteten Nahrungsmitteln bringen zwar Vorteile für den Lebensmittelchemiker, aber mehr Nach- als Vorteile für den Konsumenten. Viele dieser chemischen Stoffe greifen entweder das Darmepithel oder die Darmflora an und bringen Gleichgewichte ins Wanken, wo ein stabiles Gleichgewicht absolut essentiell ist. Beispiele gefällig? Problematisch für den Darm sind vor allem Süßstoffe wie Cyclamat und Saccharin, unverdauliche Faserstoffe wie Johannesbrotkernmehl, modifizierte Stärken, Benzolverbindungen und unnatürliche Farbstoffe.

 

So, das waren die mengenmäßig häufigsten und wichtigsten Schadstoffe für den Darm. Diese gilt es zu meiden oder wenigstens nach Möglichkeit zu reduzieren.

Du hast sicher gemerkt, dass der Begriff „chronische Entzündung“ häufig fällt. Diese Entzündungen führen zu schlimmen Symptomen und Krankheiten wie Colitis Ulcerosa (Dickdarm-Entzündung), Morbus Crohn (Entzündung des gesamten Darmtrakts) und Zöliakie (Gluten-Allergie). Hier helfen wirklich nur radikale Umstellungen in der Lebensweise und ärztliche Hilfe, um die Krankheiten bei den Ursachen zu bekämpfen, nicht bei den Symptomen.

 

#4 Was braucht der Darm, um gesund zu sein?

Was dem Darm schadet, wurde geklärt. Doch was benötigt ein gesunder Darm, um zu wachsen und seine Aufgaben gut zu erfüllen?

Vitamin A und D [2]: Wir haben dir erklärt, dass Darmzellen nicht lange leben. Es müssen ständig neue Zellen nachgebildet werden, diese brauchen dazu Wachstumsfaktoren, hier wären besonders Vitamin A und D zu nennen. Diese findest du reichlich in Leber, Eiern, fetten Milchprodukten (nicht Paleo) und fettem Fisch. Und der lieben Sonne natürlich, was das Vitamin D betrifft. Entgegen der landläufigen Meinung sind Karotten keine Quelle für Vitamin A, da das enthaltene ß-Carotin nur unzureichend in Vitamin A verstoffwechselt wird.

Zink [2]: Zink ist ebenfalls ein Wachstumsfaktor für Darmzellen, aber fast noch wichtiger für Immunzellen. Je mehr Zink im Körper vorhanden ist, desto mehr Immunzellen werden gebildet. Zink findest du in rotem Fleisch (besonders Innereien) und Austern.

Polyphenole/ Sekundäre Pflanzenstoffe [2]: Essen ist Information. Und Polyphenole in pflanzlicher Nahrung (besonders in Beeren, grünem Gemüse und Kakao) geben dem Körper die Information „Achtung, Nährstoffe im Anflug!“, daher steigt die Nährstoffaufnahme im Darm und die Darmzellen erhalten vom Körper mehr Unterstützung, um die Nährstoffe aufzunehmen.

Omega-3-Fettsäuren [2] sind die gesunden Gegenspieler der Omega-6-Fettsäuren. Sie wirken anti-entzündlich und regulieren so das Immunsystem im gesunden Ausmaß. Enthalten sind sie in entzündungs-reduzierender Form in Leinsamen, Hanfsamen, Chiasamen sowie fettem Fisch, Fleisch und Eier aus Bio-Haltung.

Cystein [12]: Jetzt kommt ein biochemischer Geheim-Kniff: Das Immunsystem kämpft mit freien Radikalen gegen Krankheitserreger. Sie beschützen sich und körpereigene Zellen in der Umgebung dabei mit dem Antioxidanz Glutathion. Zur Bildung von Glutathion ist Cystein der entscheidende Faktor. Cystein kommt in Molkeprotein erhöht vor, oder als Nahrungsergänzungsmittel (N-Acetyl-Cystein, nicht abends nehmen).

Lösliche Ballaststoffe: Diese können nur von den Bakterien im Dickdarm verstoffwechselt werden, insgesamt 2 kg Bakterien befinden sich dort. Diese sind gut für die Gesundheit, wenn du dich gut um sie kümmerst. Und sie wollen ernährt werden, am liebsten fressen sie lösliche Ballaststoffe. Aus diesen machen sie dann auch unter anderem Stoffe, die dein Körper aufnehmen kann, wie kurzkettige Fettsäuren und das ein oder andere Vitamin. Also iss dein Obst und Gemüse! 🙂

Ätherische Öle aus folgenden Nahrungsmitteln/ Gewürzen sind besonders erprobt und beruhigen deinen Darm: Fenchel, Anis, Kümmel, Pfefferminze, Zitrone, Lavendel. Diese kannst du als Kochzutaten oder als ätherische Öle konsumieren.

Protein: Alles im Körper ist Protein, nichts geht ohne Protein. Im Darm benötigst du Protein direkt für die Epithelschicht und für antibakterielle Proteine, die Krankheitserreger in Schach halten. Außerdem dient die Aminosäure Glutamin als Nahrungsquelle für Darmzellen.

Einige Kohlenhydrate: Langfristige No-Carb- oder Ketogenen Diäten sind nicht für jedermann gedacht, ein paar Kohlenhydrate hier und da braucht der Körper, um Funktionen zu erhalten. Die Schleimschicht im Darm ist eine davon. Diese besteht aus Kohlenhydraten.

Probiotika: Zuguterletzt die viel diskutierten Probiotika, das sind lebendige Bakterien in Nahrungsmitteln, die sich im Darm ansiedeln. Dort produzieren sie gesundheitsförderliche Stoffe, helfen bei der Verdauung und bekämpfen Krankheitserreger. Die besten Quellen für Probiotika sind einige Milchprodukte und – unser Favorit – Kombucha.

 

#5 Wie findest du heraus, ob dein Darm gesund oder geschädigt ist?

Das Buch „Darm mit Charme“ von Giulia Enders hat uns hier die Augen geöffnet. Denn der einfachste Weg, die Darmgesundheit zu checken, ist, deinen Stuhl mal näher zu betrachten:

Je schleimiger, desto schlechter, denn schleimig bedeutet, dass dieser Schleim, der raus sollte, sich auch auf den Darmzellen breit macht.

Je fester, desto besser. Gesunder Darm, glückliche Bakterien. Farbe: Schön dunkelbraun.

Häufige Blähungen? Nahrungsunverträglichkeiten  (z.B. Laktose) und eine Dysbalance in der Darmflora sind hier die Hauptursachen. Siehe Kapitel 3 und 4.

Häufiger Durchfall? Durchfall ist eine Abwehrreaktion des Körpers, er will entweder Krankheitserreger (Dysbalance in der Darmflora) oder Nahrungsinhaltsstoffe wieder loswerden. Die schnellste Lösung bieten hier Probiotika und ätherische Öle.

Chronische Darmentzündung? Durch Bluttests beim Arzt können folgende Marker für Darmerkrankungen untersucht werden: Alpha-Antitrypsin, Antigliadin-Antikörper, CRP, TNF-alpha. Außerdem empfehlen wir dir, dich auf Nahrungsunverträglichkeiten testen zu lassen (Hausarzt, Allergologe, Bio-Resonanz). Bei chronischem Durchfall und entzündlicher Darmerkrankung kann auch eine Stuhlprobe über eine etwaige Darm-Fehlbesiedlung wertvolle Informationen liefern.

 

#6 Was tun, um wieder gesund zu werden?

Hier hilft, den eigenen Lebensstil kritisch zu reflektieren: Wie gesund ernährst du dich? Wie viel Stress hast du in deinem Alltag? Wie oft kommst du an die frische Luft und bewegst dich? Wie oft verbringst du Zeit mit Menschen, die dir WIRKLICH wichtig sind?

Außerdem hilfreich ist natürlich der vorliegende Artikel, er sollte das Fundament für deine Darmgesundheit bilden. Halte außerdem Ausschau nach dem Artikel über unsere Top-Lebensmittel für einen gesunden Darm, hier auf Paleolifestyle!

 

#7 Fazit

Heute hast du nicht nur gelernt, wie dein Darm aufgebaut ist, sondern auch, wie er und das Immunsystem funktionieren, warum sie voneinander abhängen und warum eine gesunde Lebensführung absolut essentiell für beides ist. Wir haben dir auch Tipps mitgegeben, mit welchen Stoffen du deine Darmgesundheit entweder förderst oder schädigst. Wissen ist Macht, Macht über deine eigene Gesundheit! Nicht der Arzt, du selber hast es in der Hand! Nutze es!

 

Wie immer würden wir uns natürlich sehr über deine Erfahrungen und Meinungen zu diesem Thema freuen. Hinterlasse uns also bitte einen Kommentar 🙂

 

Quellenverzeichnis

[1] Mowat, Allan M.; Agace, William W. (2014): Regional specialization within the intestinal immune system. In: Nature reviews. Immunology 14 (10), S. 667–685. DOI: 10.1038/nri3738.

[2] Veldhoen, Marc; Brucklacher-Waldert, Verena (2012): Dietary influences on intestinal immunity. In: Nature reviews. Immunology 12 (10), S. 696–708. DOI: 10.1038/nri3299.

[3] Giulia Enders: Darm mit Charme: Alles über ein unterschätztes OrganTaschenbuch – 3. März 2014

[4] Tuhan, Hale; Isik, Sakine; Abaci, Ayhan; Simsek, Erdem; Anik, Ahmet; Anal, Ozden; Bober, Ece (2016): Celiac disease in children and adolescents with Hashimoto Thyroiditis. In: Turk pediatri arsivi 51 (2), S. 100–105. DOI: 10.5152/TurkPediatriArs.2016.3566.

[5] Freed, D. L. J. (1999). Do dietary lectins cause disease? : The evidence is suggestive—and raises interesting possibilities for treatment . BMJ : British Medical Journal318(7190), 1023–1024.

[6] Pusztai, A.; Ewen, S. W.; Grant, G.; Brown, D. S.; Stewart, J. C.; Peumans, W. J. et al. (1993): Antinutritive effects of wheat-germ agglutinin and other N-acetylglucosamine-specific lectins. In: The British journal of nutrition 70 (1), S. 313–321.

[7] DeChristopher, L. R.; Uribarri, J.; Tucker, K. L. (2016): Intake of high-fructose corn syrup sweetened soft drinks, fruit drinks and apple juice is associated with prevalent arthritis in US adults, aged 20-30 years. In: Nutrition & diabetes 6, e199. DOI: 10.1038/nutd.2016.7.

[8] Rahman, Khalidur; Desai, Chirayu; Iyer, Smita S.; Thorn, Natalie E.; Kumar, Pradeep; Liu, Yunshan et al. (2016): Loss of Junctional Adhesion Molecule A Promotes Severe Steatohepatitis in Mice on a Diet High in Saturated Fat, Fructose, and Cholesterol. In: Gastroenterology 151 (4), 733-746.e12. DOI: 10.1053/j.gastro.2016.06.022.

[9] A.P. Simopoulos: „Evolutionary aspects of diet, the omega-6/omega-3 ratio and genetic variation: nutritional implications for chronic diseases“ Biomedicine & Pharmacotherapy, Volume 60, Issue 9, Pages 502-507

[10] Biesiekierski, Jessica R.; Newnham, Evan D.; Irving, Peter M.; Barrett, Jacqueline S.; Haines, Melissa; Doecke, James D. et al. (2011): Gluten causes gastrointestinal symptoms in subjects without celiac disease: a double-blind randomized placebo-controlled trial. In: The American journal of gastroenterology 106 (3), 508-14; quiz 515. DOI: 10.1038/ajg.2010.487.

[11] Doherty, M.; Barry, R. E. (1981): Gluten-induced mucosal changes in subjects without overt small-bowel disease. In: Lancet (London, England) 1 (8219), S. 517–520.

[12] Borges-Santos, Maria Doroteia; Moreto, Fernando; Pereira, Paulo Camara Marques; Ming-Yu, Yong; Burini, Roberto Carlos (2012): Plasma glutathione of HIV(+) patients responded positively and differently to dietary supplementation with cysteine or glutamine. In: Nutrition (Burbank, Los Angeles County, Calif.) 28 (7-8), S. 753–756. DOI: 10.1016/j.nut.2011.10.014.

Du willst mehr Energie im Alltag?


Dann trage jetzt Deine E-mail ein lerne die in einem 7-teiligen Kurs die Tricks und Kniffe dafür kennen!

Über den Autor
Ich heiße Martin und bin studierter Biotechnologe von der TU München. Das an der Uni, privat oder durch Ausprobieren erworbene Wissen und die Erfahrungen aus über 5 Jahren Paleo möchte ich mit Dir teilen. Ich sehe mich nicht als Experten (dazu stehe ich noch zu weit am Anfang meiner wissenschaftlichen Karriere), sondern als Ratgeber, als "Denkanstoßer" :-)
3 bemerkungen  |   Kommentare zu oder Hallo sagen Martin

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

    • Hey Kerstin,

      Johannisbrotkernmehl ist ein verbreitetes Allergen und sollte gemieden werden, um den Darm und das Immunsystem nicht unnötig zu belasten.

      Gruß Martin

  1. Sport- und Fitnessblogs am Sonntag, 8. Januar 2017 - Januar 8, 2017

    […] Paleo Lifestyle wird Dir erklärt, was ein Leaky Gut ist und was Du konkret tun kannst, um Deine Darmgesundheit zu verbessern. […]